Pensionierung

Die Rente früher oder später beziehen: So flexibel ist Ihre AHV

Wer länger berufstätig ist, bekommt eine höhere AHV-Rente – und umgekehrt. Die folgenden Punkte sind wichtig, um richtig zu entscheiden.

Yvonne Raymann

Pensionierungsexpertin

Die AHV ist flexibel bei der Auszahlung der Renten. Wer zum Beispiel vorzeitig in Pension gehen möchte, kann seine Rente schon ein oder zwei Jahre vor 64 bzw. 65 beziehen. Die Rente wird dann lebenslang gekürzt – um 6,8 Prozent pro Vorbezugsjahr.

Handkehrum: Wer länger berufstätig bleibt, kann seine Rente um bis zu fünf Jahre aufschieben. Bei einem Aufschub um drei Jahre erhöht sich die Rente zum Beispiel um 17,1 Prozent – auch das ein Leben lang.

Merkblatt

AHV und Pensionierung: Das müssen Sie wissen

Die AHV ist ein Vorsorgewerk mit sehr komplexen Regeln, die für Laien kaum zu durchschauen sind. Das Wichtigste erfahren Sie in diesem Merkblatt.

Viele Berufstätige fragen sich, ob sich so ein Vorbezug oder Aufschub für sie lohnt. Das muss man von Fall zu Fall prüfen, denn die Antwort hängt in erster Linie von der Lebenserwartung ab. Eine Rolle spielt auch die finanzielle und steuerliche Situation.

So blicken Sie bei der AHV durch

Angenommen, ein Mann hört mit 63 statt mit 65 auf. Seine Rente schrumpft dadurch um 13,6 Prozent. Wenn er Anrecht auf die Höchstrente hat, erhält er nur 24'780 statt 28'680 Franken pro Jahr.

Der Vorbezug zahlt sich aus, wenn der Mann relativ früh stirbt, zum Beispiel schon mit 70. Bis dahin bezieht er in diesem Fall Renten von insgesamt 173'460 Franken. Beim regulären Bezug ab 65 wären es nur 143'400 Franken.

Bei rund 78 Jahren kippt die Rechnung: Ab diesem Alter ist die Summe aller AHV-Renten höher, wenn die Rente erst ab 65 ausbezahlt wurde. Die Lebenserwartung eines 65-jährigen Mannes liegt heute bei rund 85 Jahren. Der Vorbezug lohnt sich also vor allem, wenn man von einer deutlich tieferen Lebenserwartung ausgeht.

Tipp: Auch diese Punkte sind wichtig, um bei der AHV richtig zu entscheiden:

  • Wer die Rente aufschieben will, muss seine AHV-Zweigstelle informieren, und zwar spätestens ein Jahr, nachdem er das reguläre Pensionsalter erreicht hat. Wie lange der Aufschub dauern soll, muss man nicht sofort festlegen, und man kann ihn im ersten Jahr noch widerrufen.
  • Wer früher in Rente geht, zahlt weiterhin AHV Beiträge: Frauen bis 64, Männer bis 65. Je nach Vermögen und Einkommen werden pro Person und Jahr Beiträge von 503 bis 25'150 Franken fällig.
  • Wer schrittweise aufhört oder nach der Pensionierung noch Teilzeit arbeitet, kann seine AHV-Beiträge unter Umständen senken und den nicht erwerbstätigen Ehepartner ganz oder teilweise von der Beitragspflicht befreien.

Sie wollen wissen, ob sich ein Vorbezug oder Aufschub für Sie lohnt? Sprechen Sie mit einer Fachperson im VZ in Ihrer Nähe.