Unternehmensnachfolge

Die Firma weitergeben: Meistens dauert es zwei bis sechs Jahre

Die eigene Nachfolge kann man nicht von heute auf morgen regeln. Warum es sich lohnt, die Weitergabe schon einige Jahre vorher aufzugleisen.

Jens Björnsen

Experte Unternehmensnachfolge

Vom Start bis zur definitiven Weitergabe dauert es in der Regel viel länger als erwartet. Das bestätigt eine Analyse von über 100 Firmen, die das VZ VermögensZentrum bei der Nachfolge begleitet hat:

Verkauf an Dritte

Passende Käufer zu finden, ist eine "Knochenarbeit". Wer es auf eigene Faust versucht, steht am Ende oft mit leeren Händen da. Und auch wer sich von erfahrenen Spezialisten begleiten lässt, muss im Schnitt rund zwei Jahre einplanen (siehe Tabelle).

Tipp: Lassen Sie sich bei der Suche nach geeigneten Käufern von einer Fachperson helfen. Sie schreibt Ihre Firma aus, aktiviert ihr Netzwerk und spricht ausgewählte Interessenten an. Und sie weiss, wie man Verhandlungen erfolgreich führt.

Im KMU-Special lesen Sie, wie Sie Ihre Pensionskasse, Versicherungen und Nachfolge optimieren können:

Verkauf an Mitarbeitende

Bei der Weitergabe an Mitarbeitende entfällt die aufwendige Suche nach Käufern. Trotzdem dauert dieser Prozess im Schnitt 3,5 Jahre. Denn viele Inhaberinnen und Inhaber schätzen den Wert ihrer Firma zu hoch ein. Das kann die Übergabe erschweren oder verunmöglichen.

Merkblatt

Nachfolgeplanung: Tipps für den erfolgreichen Firmenverkauf

Das Merkblatt fasst zusammen, wie Sie ihre Nachfolgeplanung am besten angehen.

Tipp: Lassen Sie Ihre Firma von einem Profi bewerten. So senken Sie das Risiko, dass der Prozess an falschen Preisvorstellungen scheitert. Oft ist ein tieferer Preis sinnvoll, weil die Mittel der Mitarbeitenden begrenzt sind. Viele Unternehmer sind darum bereit, den Preis zu senken, um ihren Nachfolgern den Weg frei zu machen.

Übergabe an Kinder

Mehr als sechs Jahre dauert im Schnitt die Weitergabe an die Nachkommen. Familieninterne Lösungen sind erbrechtlich besonders schwierig – vor allem, wenn die Firma den grössten Teil des Vermögens ausmacht und alle Erben finanziell gleichgestellt werden sollen.

Tipp: Ein Kind hat in der Regel zu wenig Vermögen, um die Miterben auszuzahlen. Wenn sie ihre gesetzlichen Ansprüche durchsetzen, muss die Firma unter Umständen aufgeteilt werden. Planen Sie Ihren Nachlass darum rechtzeitig mit einer erfahrenen Fachperson.

Sie wollen Ihre Nachfolge regeln? Sprechen Sie mit einer Fach­person im VZ in Ihrer Nähe.