Geldanlagen

Bei Börsenturbulenzen bringen Obligationen Ruhe ins Portfolio

Ein zentrales Element in jedem ausgewogenen Portfolio sind Obligationen. Sie verbessern nicht nur die Diversifikation, sondern bieten auch einen gewissen Schutz, wenn Aktienkurse einbrechen. Das gilt auch heute noch.

Markus Lackner

Leiter Research

Anlagen in klassischen Obligationen haben sich auch in den letzten Jahren bewährt, trotz tiefen Zinsen. Wer 2011 alle Anleihen verkauft oder durch solche mit deutlich kürzerer Restlaufzeit ersetzt hat, verpasste eine ansehnliche Rendite. Der breit gefasste Franken-Obligationen-Index SBI AAA-BBB etwa warf in den letzten zehn Jahren rund 18 Prozent Rendite ab.

Das VZ VermögensZentrum hat untersucht, wie eine traditionelle Anlagestrategie mit je 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Obligationen im Vergleich zu einem Portfolio mit je 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Liquidität abschneidet.

Merkblatt

Tipps zur Wahl eines Vermögensverwalters

Dieses Merkblatt nennt die wichtigsten Kriterien, die Sie beachten sollten, damit Sie sich richtig entscheiden.

Über einen Zeitraum von 20 Jahren lag die Performance des klassischen Portfolios bei gleicher Volatilität rund 60 Prozent höher. Auch in den letzten 10 Jahren resultierte bei gleichen Schwankungen eine Mehrrendite von gut 20 Prozent. Ein starkes Argument ist auch, dass die 3-Jahres-Renditen des Aktien-Obligationen-Portfolios in mehr als 90 Prozent aller Abschnitte dieses Zeitraums besser waren.

In den letzten gut 20 Jahren hat es sich also praktisch immer ausgezahlt, Obligationen im Portfolio zu halten. Seit 2000 trugen Obligationen auch immer dazu bei, das Portfolio zu stabilisieren, wenn die Aktienkurse um 15 Prozent oder mehr einbrachen (Grafik).

Zu beachten ist, dass das entscheidende Mass für Risiko bei Obligationen die Duration ist. Obligationen mit längeren Laufzeiten sind von Veränderungen der Zinsen stärker betroffen, weil es länger dauert, bis das Kapital zurückbezahlt wird. Anleger, die einem Unternehmen, dem Staat oder einem Betrieb der öffentlichen Hand Kapital zur Verfügung stellen, werden über die gesamte Laufzeit mit einem festen Zins entschädigt. 

Steigen die Zinsen in dieser Zeit an, hätten sie ihr Geld zu einem höheren Zins anlegen können. Im Handel mit Obligationen wirken sich Veränderungen des aktuellen Marktzinssatzes auf den Preis bereits ausgegebener Obligationen aus.

Zwei Gründe für höhere Duration

Dieses Preisänderungsrisiko wird mit der Kennzahl Duration gemessen. Die Duration drückt aus, wie stark sich der Preis einer Obligation verändert, wenn der Marktzins um einen Prozentpunkt steigt oder sinkt. Weltweit ist die Duration der meisten Obligationen-Indizes in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Diese Entwicklung ist vor allem auf zwei Ursachen zurückzuführen. Die anhaltend tiefen Zinsen sind für die Schuldner ein starker Anreiz, sich längerfristig zu finanzieren und langlaufende Obligationen herauszugeben. Zudem führen sinkende Zinsen zu einem rechnerischen Anstieg der Duration. 

Es gehört zu den Aufgaben von Vermögensverwaltern, die Zinsänderungsrisiken in den Portfolios ihrer Kundinnen und Kunden periodisch zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen, um ein optimales Verhältnis von Chancen und Risiken (wieder) herzustellen.

Jetzt nicht die Strategie überwerfen

Nach einem eher schwachen Jahr 2021 für Zinsanlagen hinterfragen viele Anlegerinnen und Anleger den Nutzen solcher Positionen im Portfolio. Unsere Auswertungen zeigen, dass eine radikale Anpassung der Positionierung nicht sinnvoll ist. 

Die Vergangenheit macht deutlich, dass die Zinsentwicklung schwer zu prognostizieren ist und man nicht versuchen sollte, den richtigen Zeitpunkt vorauszusehen. Obligationen bringen regelmässige Erträge, sind wichtig für die Diversifikation und schützen das Portfolio, wenn die Aktienkurse sinken.

Dieses Jahr steht im Zeichen von leicht steigenden Zinsen. Trotzdem bleibt es sinnvoll, seiner Anlagestrategie treu zu bleiben und einen Teil des Portfolios in klassischen Obligationen zu halten.

Wenn Sie mehr zur Bewirtschaftung von Wertschriften erfahren wollen, dann bestellen Sie das kostenlose Merkblatt Tipps für die Wahl eines Vermögensverwalters.

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