Steuern

Steuererklärung: Haben Sie an diese Abzüge gedacht?

In vielen Kantonen hat man nur noch bis Ende März Zeit, um seine Steuererklärung fristgerecht einzureichen. Es lohnt sich aber nicht, jetzt schnell die Steuererklärung auszufüllen. Sonst gehen in der Hektik Abzüge vergessen – und man bezahlt zu viel.

Markus Stoll

Steuerspezialist

Gute Steuersparmöglichkeiten gibt es bei Geldanlagen, Liegenschaften und der Altersvorsorge:

1) Vermögensverwaltungskosten und Negativzinsen

Meistens kann man die Kosten für das Steuerverzeichnis, Depotgebühren, Inkassospesen für Coupons sowie Schrankfach­ und Safe-Gebühren abziehen. Nicht abzugsfähig sind hingegen Kosten für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren (z.B. Courtagen und Stempelgebühren), Honorare für Finanz-­, Anlage-­ und Steuerberater sowie Emissionsabgaben. In einigen Kantonen darf man pauschal bis zu 3 Promille des Wertschriftenvermögens abziehen, wenn dieses durch Dritte verwaltet wird.

Tipp: Müssen Sie Ihrer Bank Negativzinsen bezahlen? Diese gelten zwar nicht als Schuldzinsen, die man im Schuldenverzeichnis abziehen darf. Sie können die Negativzinsen aber als Vermögensverwaltungskosten angeben.

2) Wohneigentum

Wer ein Haus oder eine Wohnung besitzt, kann einiges abziehen: Nebst den Hypothekarzinsen darf man auch die Versicherungsprämien sowie die Kosten für Unterhalt und Verwaltung durch Dritte angeben. 

Merkblatt

Tipps zum Steuern sparen

Dieses Merkblatt zeigt die wichtigsten Optimierungsmöglichkeiten auf.

Dabei darf man die effektiven Kosten oder eine Pauschale geltend machen. Wer die effektiven Kosten ausweist, sollte die Prämien für Sach- und Haftpflichtversicherungen für das Gebäude nicht vergessen. Stockwerkeigentümer dürfen zudem die Einlagen in den Erneuerungsfonds abziehen.

3) Renovationen und Sanierungen

Werterhaltende Investitionen darf man vom steuerbaren Einkommen abziehen, wertvermehrende hingegen nicht. Von dieser Regel gibt es eine wichtige Ausnahme: Investitionen mit dem Ziel, Energie zu sparen oder die Umwelt zu schützen, kann man in den meisten Kantonen als Unterhaltskosten angeben, auch wenn sie teilweise wertvermehrend sind. Seit 1. Januar 2020 können diese Kosten während maximal drei Jahren geltend gemacht werden, sofern sie im Jahr, in dem sie entstanden sind, steuerlich nicht vollständig berücksichtigt werden konnten.

Tipp: Meistens beinhalten Renovationen sowohl werterhaltende als auch wertvermehrende Arbeiten. Vor grossen Renovationen klären Sie am besten genau ab, welche Abzüge das Steueramt akzeptiert.

4) Ferienwohnung

Auch wenn man nicht oft in der Wohnung ist, muss man den Eigenmietwert versteuern. Wer die Wohnung teilweise vermietet, muss zudem die Mieteinnahmen versteuern. Dafür darf man den Eigenmietwert kürzen. Wer die Wohnung möbliert vermietet, darf etwas für die Abnützung abziehen.

5) Vorsorge und Pensionierung

Renten aus AHV und Pensionskasse sind meistens zu 100 Prozent als Einkommen zu versteuern. Kapitalbezüge aus der Pensionskasse und der Säule 3a werden einmalig und zu einem reduzierten Tarif besteuert. Für die Berechnung der Auszahlungssteuern zählen die Steuerbehörden alle Bezüge eines Jahres zusammen, in den meisten Kantonen auch die des Ehepartners. Deshalb verteilt man die Bezüge besser auf mehrere Steuerperioden, um die Progression zu brechen (Tabelle).

Komplizierter ist es bei Kapitalabfindungen des Arbeitgebers. Hier hängt die Besteuerung vom Zweck ab: Hat die Abfindung einen Vorsorgecharakter, wird sie meist zum günstigeren Vorsorgetarif besteuert.

Tipp: Frühpensionierte müssen weiterhin AHV-Beiträge bezahlen, bis sie das ordentliche Pensionierungsalter erreichen. Diese Beiträge darf man vom steuerbaren Einkommen abziehen. 

Sie möchten alle Möglichkeiten nutzen, um weniger Steuern zu zahlen? Bestellen Sie das kostenlose Merkblatt Tipps zum Steuern sparen. Oder reservieren Sie einen kostenlosen Termin im VZ.