So beeinflusst der Zeitpunkt der Pensionierung die Lebensqualität

gourmet, 10.09.2020

Von Sven Pfammatter, Bereichsleiter beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Wer im Alter genug Geld haben möchte, um alle Bedürfnisse zu befriedigen, muss den richtigen Zeitpunkt der Pensionierung rechtzeitig planen.

Früher aufhören, bis 64 bzw. 65 arbeiten oder länger im Job bleiben? Diese Frage muss man sorgfältig prüfen, denn die Antwort ist entscheidend dafür, was man sich im Alter leisten kann. Geht ein Mann zum Beispiel mit 65 in Pension, beträgt seine Rente 5775 Franken pro Monat. Hört er mit 63 auf, sind es nur 4993 Franken. Das sind fast 800 Franken weniger. Arbeitet er bis 67, erhält er rund 800 Franken mehr. Weil die Unterschiede so gross sind, sollte man schon mit 55 berechnen, was sich lohnt und was zu tun ist, damit das Geld bis ins hohe Alter reicht:

Vorzeitig in Pension

Der frühe Ausstieg ist teuer, weil das Einkommen mehrerer Jahre wegfällt und die Vorsorge schlechter wird. Entscheidend ist, ob man genug Geld sparen und alle Vorsorgetöpfe optimal miteinander koordinieren kann. Dabei muss man folgende Punkte beachten:

  • Die Einkommenslücke lässt sich teilweise ausgleichen, wenn man seine Spargelder, die Säule 3a und das Wertschriftendepot dafür nutzt. Die Säule 3a kann man zum Beispiel schon fünf Jahre vor dem AHV-Alter beziehen.
  • In Frage kommen auch frühere Bezüge der AHV- und Pensionskassen-Rente. Die AHVRente kann man schon ein oder zwei Jahre vorher beziehen. Die meisten Pensionskassen lassen einen Bezug ab 58 oder 60 zu. Die Renten fallen dann aber ein Leben lang tiefer aus. Wer mit 63 aufhört, verzichtet jedes Jahr auf 13,6 Prozent der AHV-Rente und auf bis zu 10 Prozent der Pensionskassen-Rente.

Tipp: Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, ob er Ihre Frühpensionierung mit einer Oberbrückungsrente unterstützt.

Ordentlich aufhören

Auch wenn man mit 64/65 in Pension gehen will, muss man wichtige Entscheide fällen. Dann muss man wählen, wie man sein Geld in der Pensionskasse bezieht: als Rente, Kapital oder als Kombination aus beidem? Dieser Entscheid ist endgültig und beeinflusst die Steuerrechnung im Alter:

  • Die Rente ist bis ans Lebensende garantiert. Sie ist aber zu 100 Prozent steuerbar, und ihre Höhe hängt vom Umwandlungssatz ab - und der sinkt und sinkt.
  • Wer das Kapital bezieht, bleibt finanziell flexibler. Man kann zum Beispiel Geld für die Renovation des Hauses abzwacken oder den Kindern einen Erbvorbezug gewähren.
  • Meistens ist das auch steuerlich attraktiver. Ein Mann zahlt zum Beispiel insgesamt 53'000 Franken weniger Steuern als mit der Rente. Das ist viel Geld, das zusätzlich zum Leben zur Verfügung steht.

Gut vorbereitet in Pension gehen:

  • 7 bis 10 Jahre vorher: Prüfen Sie alle Massnahmen, um Ihr Einkommen im Alter zu sichern.
  • 5 Jahre vorher: Leiten Sie den gestaffelten Bezug der Vorsorge-Guthaben ein (Säule 3a, Pensionskasse).
  • 3 bis 4 Jahre vorher: Melden Sie Kapitalbezüge bei der Pensionskasse an.
  • 6 Monate vorher: Melden Sie Ihre AHV-Rente an. Zahlen Sie das Maximum in die Säule 3a ein. Schliessen Sie die Unfalldeckung in die Krankenkasse ein.

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