Umstellung auf Saron

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 15.02.2020

Von Pascal Soldati, Hypothekarexperte beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Leserfrage: Ende 2021 wird der Libor durch den Saron abgelöst. Noch immer kann mir meine Bank nicht sagen, wie die Umstellung erfolgen wird. Was halten Sie davon?

Schon länger steht fest, dass der Libor-Nachfolger Saron (Swiss Average Rate Over Night) heisst. Der Saron ist allerdings ein Übernacht-Zinssatz. Um daraus einen längerfristigen Zinssatz, errechnen zu können, wird der Übernachtzinssatz über eine gewisse Periode (z.B. 90 Tage) beobachtet. Aus der Folge dieser (90) Sätze wird mittels Zinseszinsberechnung der "Langfristsatz" (in diesem Beispiel der 3-Monatssatz) berechnet, der Compounded Saron ("aufgezinster Saron") genannt wird. Jedes Institut muss nun für sich entscheiden, wie lange die Beobachtungsperiode sein wird und um wie viele Tage oder Wochen diese vorverschoben wird, damit die Quartalszinsen gegenüber dem Hypothekarnehmer rechtzeitig abgerechnet werden können.

Unabhängig davon werden Sie von der Umstellung vermutlich nichts merken. Die künstliche Untergrenze von 0 Prozent plus Bankmarge bleibt weiterhin bestehen, und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass auch 2021 der Libor und der Saron negativ sein werden. Mehr Informationen finden Sie hier.

Diese Seite teilen