Der Traum vom Ruhestand am Meer

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 15.03.2020

Von Roman Fäh, Niederlassungsleiter beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Auf in die neue Freiheit – der Wohnortwechsel ins Ausland nach der Pensionierung sollte jedoch nicht einer spontanen Laune entspringen, sondern wohlüberlegt und von langer Hand geplant sein.

Mehr Sonne sowie Meer und Strand locken immer mehr Schweizer nach der Pensionierung ins Ausland. Beim Auswandern im Ruhestand gibt es aber einige Fällstricke. Deshalb sollte der Schritt bereits fünf bis zehn Jahre vor dem Umzug geplant werden.

AHV und Pensionierung

Die neue Adresse sollte so früh wie möglich der Pensionskasse und der AHV-Ausgleichskasse mitgeteilt werden, damit die Auszahlung der Rente ohne Verzögerung erfolgt. Pensionskassen bestehen oft auf eine Überweisung auf ein Konto in der Schweiz. Demgegenüber wird einem die AHV-Rente an jeden beliebigen Wohnort und in der Währung des Wohnsitzlandes überwiesen.

Tipp: Frühpensionierte, die in ein Land ausserhalb der EU auswandern, können der freiwilligen AHV beitreten und dadurch Beitragslücken vermeiden, wenn Sie die letzten fünf Jahre in der Schweiz AHV-versichert waren.

Immobilienkauf

Wer in seiner neuen Heimat eine Liegenschaft kaufen möchte, muss diese meistens mit eigenen Mitteln finanzieren oder einen lokalen Kreditgeber finden. Schweizer Banken finanzieren in der Regel keine Immobilien im Ausland.

Tipp: Bei der Auswahl und beim Kauf eines passenden Objektes empfiehlt es sich, seriöse Fachleute beizuziehen, die den lokalen Immobilienmarkt kennen und mit den rechtlichen Bestimmungen vertraut sind.

Kapitalanlagen und Devisen

Das Vermögen wird voraussichtlich einen grossen Beitrag zum Lebensunterhalt leisten. Der Anlagefokus verlagert sich vom Schweizer Franken auf die Referenzwährung des Gastlandes, in der auch die Lebenshaltungskosten anfallen.

Tipp: Devisen, die bei der Auswanderung benötigt werden, kauft man am besten in mehreren Tranchen, um einen möglichst günstigen Durchschnittskurs zu erhalten. Wer in ein Land mit grossen Devisenkursschwankungen, hoher Inflation oder allgemein wirtschaftlich und politisch instabilen Verhältnissen übersiedelt, belässt besser einen grossen Teil seines Vermögens in der Schweiz.

Krankenversicherung

Pensionierte, die in einen EU-Staat auswandern und ihre Rente ausschliesslich aus der Schweiz erhalten, müssen sich in der Regel in der Schweiz bei einer Krankenkasse gegen Krankheit und Unfall versichern. In einigen EU-Ländern ist es Rentenbezügern freigestellt, ob sie sich in der Schweiz oder im Wohnsitzland versichern.

Tipp: Auch Rentner, die in ein Land ausserhalb der EU auswandern, können unter Umständen in der Schweiz versichert bleiben. Einige Schweizer Krankenkassen bieten internationale Versicherungslösungen für Auslandschweizer an.

Steuern

Mit dem definitiven Wegzug aus der Schweiz werden grundsätzlich das gesamte Einkommen und das Vermögen im Ausland steuerpflichtig. Für Geschäftsbetriebe sowie Immobilien in der Schweiz und dem daraus erwirtschafteten Ertrag bleibt man in der Schweiz beschränkt steuerpflichtig. Der Steuersatz richtet sich nach dem gesamten weltweiten Einkommen und Vermögen.

Tipp: Auf Pensionskassenrenten erhebt die Schweiz in der Regel eine Quellensteuer, wenn der Rentenbezüger im Ausland wohnt. Die Quellensteuer kann man zurückfordern, falls ein entsprechendes Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und dem Wohnsitzstaat besteht.

Nachlass

Auslandschweizer müssen abklären, welche Behörde sich mit der Abwicklung des Nachlasses befassen, welches Recht zur Anwendung kommt und welche formalen Anforderungen letztwillige Verfügungen erfüllen müssen.

Tipp: In manchen Ländern erlaubt es die Rechtsordnung, dass man seinen Nachlass dem schweizerischen Recht unterstellt und die Schweizer Behörden mit der Abwicklung der Erbteilung beauftragt. Der Vorteil: In der Schweiz sind die Ehepartner und in den meisten Kantonen auch die direkten Nachkommen von der Erbschaftssteuer befreit. 

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