Planen Sie Ihre Pensionierung

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 20.7.2020

Von Sven Pfammatter, Bereichsleiter beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Entscheide betreffend Vorsorge und Rente sollten bereits Jahre vor der Pensionierung gefällt und die entsprechenden Vorkehrungen getroffen werden.

Mit der Pensionierung beginnt für die meisten Menschen ein neuer Lebensabschnitt – auch in finanzieller Hinsicht. Viele Entscheidungen haben grosse Auswirkungen und bestimmen den Lebensstandard für die kommenden Jahre. Folgende Tipps helfen, an alles zu denken: 

Verlassen Sie sich nicht nur auf AHV und PK

Prüfen Sie, ob Ihre Renten alle Ausgaben decken oder ob Sie Ihr Vermögen antasten müssen, um den gewünschten Lebensstandard beizubehalten. Ein detaillierter Finanzplan zeigt auf, wie lange Ihr Vermögen reicht und wie Sie Ihre Anlagestrategie am besten an die neue Situation anpassen. Gleichzeitig lohnt es sich, neben Beiträgen an die AHV und Pensionskasse auch freiwillig für das Alter zu sparen. Dafür eignen sich zum Beispiel eine Säule 3a oder freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse.

Rente oder Kapital: Wägen Sie gut ab

Wer pensioniert wird, steht vor der Entscheidung, sich das Pensionskassenkapital auszahlen zu lassen oder eine lebenslange Rente zu beziehen. Mit einer Rente ist das Einkommen lebenslang gesichert. Sie hat auch den Vorteil, dass man sich nicht um die Anlage des Geldes kümmern muss. Allerdings muss sie vollumfänglich als Einkommen versteuert werden. Währenddessen wird der Kapitalbezug zu einem reduzierten Tarif versteuert. Zudem können mit dem Bezug des Kapitals die Hinterbliebenen oftmals finanziell besser abgesichert werden.

Je nach Pensionskasse muss der Kapitalbezug bis zu drei Jahre im Voraus angemeldet werden. Für jene, die sich nicht zwischen Rente oder Kapital entscheiden können, lohnt sich möglicherweise der sogenannte Mischbezug. Dabei wird ein Teil des Guthabens als Kapital und der Rest als Rente bezogen.

Amortisieren Sie Ihre Hypothek vorsichtig

Wenn Sie Ihre Hypothek zurückzahlen möchten, müssen Sie sie fristgerecht kündigen. Bedenken Sie aber, dass Ihr Geld dann im Eigenheim gebunden ist. Behalten Sie deshalb genügend flüssige Mittel zurück. Denn wenn Sie im Ruhestand in einen finanziellen Engpass geraten, können Sie Ihre Hypothek unter Umständen nicht mehr aufstocken. 

Planen Sie den Bezug Ihrer Vorsorge

Wer Pensionskassen-, Freizügigkeits- und Säule-3a-Guthaben über mehrere Jahre verteilt bezieht, zahlt weniger Steuern. Denn für die Berechnung der Auszahlungssteuern zählen die Steuerbehörden alle Bezüge eines Jahres zusammen, häufig auch die des Ehepartners. Je höher die Bezüge sind, die in ein einziges Jahr fallen, desto höher ist auch die prozentuale Steuerbelastung. Nach Möglichkeit sollten deshalb die Bezüge besser auf mehrere Steuerperioden aufgeteilt werden.

So kann zum Beispiel das Säule-3a-Kapital bis zu fünf Jahre vor dem regulären AHV-Alter bezogen werden. Das Gleiche gilt für Guthaben auf Freizügigkeitskonten oder -policen. Andererseits lässt sich der Bezug von Freizügigkeitsguthaben aufschieben, falls das Reglement der Freizügigkeitsstiftung diese Möglichkeit vorsieht (bei Männern bis 70, bei Frauen bis 69). 

Sichern Sie Ihren Ehepartner ab

Regeln Sie jetzt auch Ihr Erbe, und sichern Sie Ihre Nächsten ab – allen voran die Partnerin oder den Partner. Wer sich rechtzeitig darum kümmert, hat am meisten Einfluss darauf, wie sein Geld später aufgeteilt wird. Damit lässt sich auch Streit unter den Erben eher verhindern, und die Hinterbliebenen zahlen nicht mehr Erbschaftssteuern als nötig.

Eine wichtige Frage für Verheiratete ist, wie viel Rente dem überlebenden Ehepartner bleibt, wenn der andere stirbt. Witwen und Witwer bekommen von der AHV monatlich maximal 1896 Franken. Die Hinterlassenenrente der Pensionskasse beträgt also 60 Prozent der bisherigen Rente, so dass sich der überlebende Partner finanziell oft erheblich einschränken muss. Umso wichtiger ist es, dass er über das Vermögen verfügen kann. Das lässt sich in vielen Fällen erreichen, wenn sich die Ehepartner in einem Ehe- und Erbvertrag und/oder Testament so weit wie möglich gegenseitig absichern.

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