Nachhaltig durch die nächste Krise

Display, 01.07.2020

Vom LGBT-Team vom VZ VermögensZentrum

Grüne und nachhaltige Aktien haben es besser durch den Corona-Crash geschafft als andere. Warum?

Vier Monate ist es her, als auch die Finanzmärkte vom Coronavirus infiziert wurden und in heftige Turbulenzen gerieten. Mittlerweile hat sich die Lage etwas beruhigt und die Aktienmarkte haben bereits einen grossen Teil der Verluste aufgeholt. Während nach dieser beeindruckenden Aufholjagd über die weitere Entwicklung der Aktienkurse gerätselt wird, lassen sich in der Rückschau auf den Corona-Crash einige Erkenntnisse festhalten.

So konnten defensive Titel und Qualitätsaktien ihre Krisenschutzfunktion einmal mehr ausspielen, auch wenn sie in dem anfänglichen Marktstress zunächst ebenfalls Federn lassen mussten. Der Fokus auf den Schweizer Aktienmarkt beispielsweise hat sich in der Krise bezahlt getuscht.

Eine weitere Erkenntnis: Aktienanlagen mit einem guten Nachhaltigkeits-Rating kamen ebenfalls besser weg. Zuvor hatten bereits viele Studien auf einen Zusammenhang zwischen der Nachhaltigkeit einer Anlage und deren Rendite hingewiesen. Und nun bestätigte sich dieser Zusammenhang auch in einer aussergewöhnlichen Börsenphase.

Doch weshalb kann Nachhaltigkeit zu einer höheren Rendite führen? Aus der Finanzliteratur lassen sich drei Antworten zusammenfassen:

  • Firmen, die nachhaltig aufgestellt sind und ein gutes ESG-Profil haben (die Abkürzung steht für Environment, Social und Governance und damit für ökologische, gesellschaftliche und geschäftsbezogene Aspekte), sind in der Tendenz wettbewerbsfähiger und erzielen dadurch höhere Gewinne. Diese Firmen sind in der Regel finanziell robuster aufgestellt als ihre Mitbewerber. Darum können sie zum Beispiel eine höhere Dividende zahlen. Und das wirkt sich wiederum positiv auf den Aktienkurs aus.
  • Firmen mit einem guten ESG-Profil sind oft besser im Management von Branchenrisiken. Dadurch werden sie weniger von Vorfallen überrascht, die den Aktienkurs negativ beeinflussen. Das können zum Beispiel Strafzahlungen für Abgasmanipulationen, Kosten für CO2-Zertifikate oder Verstösse gegen die Menschenrechte sein. Auch dies wird von Aktionären in Form höherer Börsenkurse honoriert.
  • Im Aktionariat von nachhaltig aufgestellten Firmen ist der Anteil an langfristig orientierten Investoren relativ hoch. Das heisst: Wenn der Wind dreht, werten sie nicht gleich das Handtuch und schicken die Aktie bergab.

Solche Anlagen können also dazu beitragen, ein Depot widerstandsfähiger zu machen und bei einem Markteinbruch mehr Stabilität bieten. Naturgesetze gibt es an den Finanzmärkten aber nicht. Darum kann es auch keine Gewähr dafür geben, dass ein Fokus auf Nachhaltigkeit in der nächsten Krise erneut eine bessere Rendite bringt als herkömmliche Anlagen.

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