Hypothekarnehmer in Zahlungsverzug

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 15.04.2020

Von Michael Müller, Hypothekarexperte beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Leserfrage: Wie gehen die Banken während der Covid-19-Krise mit Hypothekarkunden um, die ihre Hypothekarzinsen nicht zahlen können?

Aktuell sind vor allem Geschäftsliegenschaften von der Krise betroffen. Fehlende Mietzinseinnahmen können dazu führen, dass die Hypothekarnehmer ihrerseits keine Zinsen mehr zahlen können. Ist ein solcher Zahlungsengpass abzusehen, sollte frühzeitig mit der Bank das Gespräch gesucht werden. Im Eigenheimbereich sieht die Situation dank der sehr tiefen Zinsen anders aus.

Um die Tragbarkeitsrechnung zu erfüllen, muss ein Hypothekarnehmer in der Lage sein, einen Zinssatz von 5 Prozent zu tragen. Bei einer Hypothek von beispielsweise 500'000 Franken entspricht das rund 2100 Franken pro Monat. Effektiv kostet eine durchschnittliche Hypothek heute um die 1,25 Prozent.

Bezogen auf das Rechenbeispiel sind das monatlich 520 Franken. In diesem tiefen Zinsumfeld werden die Banken eher zurückhaltend auf ein Stundungsgesuch reagieren. Versuchen Sie deshalb, die Hypothekarzinsen lang – wenn immer möglich – zu begleichen. Im Notfall können Sie immer noch einen einmaligen Aufschub von Amortisationen verlangen. Hier sind die Banken erfahrungsgemäss eher gesprächsbereit.

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