Finanzierung Ferienhaus

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 1.10.2020

Von Michael Müller, Hypothekarexperte beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Leserfrage: Wir überlegen uns, ein Ferienhaus zu erwerben. Nun stellt sich die Frage, ob wir dieses bei der Hausbank oder einem Institut vor Ort finanzieren sollen?

Viele Banken wenden bei der Finanzierung von Ferienobjekten bezüglich Belehnung und Amortisationen strengere Regeln an als bei einer klassischen Eigenheimfinanzierung.

Grund: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten verlieren Ferienobjekte schneller an Wert. Eine Bank vor Ort kennt den Markt für Ferienobjekte besser und kann Sie so besser bezüglich Kaufpreis beraten. Ebenso wird sie möglicherweise eine höhere Belehnung anbieten als eine Bank aus dem "Unterland".

Auf der anderen Seite werden Sie dadurch eine zusätzliche Bankbeziehung eingehen müssen, was zu administrativen Mehraufwendungen führt. Möchten Sie das vermeiden, sollten Sie zuerst prüfen, ob die Hypothek auf dem Eigenheim aufgestockt werden kann. Nur wenn das nicht ansreicht, müssen Sie eine (kleinere) Hypothek auf dem Ferienobjekt bei einem Institut Ihrer Wahl aufnehmen.

Steuerlich spielt es übrigens keine Rolle, wo Sie das Ferienobjekt finanzieren. Das Steueramt wird Ihre gesamten Hypothekarschulden anhand der Liegenschaftswerte verteilen.

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