Sind Festhypotheken weiterhin empfehlenswert?

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 1.7.2020

Von Michael Müller, Hypothekarexperte beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Leserfrage: Sie haben vor drei Monaten geschrieben, dass der Zug für Festhypotheken noch nicht abgefahren sei. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation?

Seit mehr als einem Jahr bewegen sich die CHF-Langfristzinsen in einem Korridor, der rund 0,25 Prozentpunkte breit ist. Selbst als die Covid-19-Ansteckungen in der Schweiz Ende März ihren Höhepunkt erreicht hatten, wurde lediglich der obere Rand des Korridors touchiert. Seither sind die Zinsen wieder leicht gesunken. Um die wirtschaftlichen Schäden von Covid-19 in Grenzen zuhalten, werden weltweit Hunderte von Milliarden Euros und Dollars in die Geld- und Kapitalmärkte gepumpt. Das drückt auf die Zinsen. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Zinsen in den nächsten Monaten die obere Bandbreite des Korridors verlassen werden.

Hingegen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Leitzinssenkung durch die SNB, was wiederum die Banken dazu bewegen könnte, die künstliche Untergrenze von 0 Prozent plus Kreditmarge aufzuheben. Mit einer Geldmarkthypothek (auch Libor-/Saron-Hypothek genannt) profitiert man am schnellsten von einer solchen möglichen Aufhebung.

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