Erbschaftsplanung für alleinstehende Personen

Display, 01.05.2020

Vom LGBT-Team vom VZ VermögensZentrum

Wenn man weder einen eingetragenen Partner noch Kinder hinterlässt, erben häufig entfernte Verwandte, zu denen man wenig Kontakt hatte. Das lässt sich vermeiden, wenn man rechtzeitig die nötigen Vorkehrungen trifft.

Hinterlässt jemand nach seinem Tod weder einen Ehepartner noch Nachkommen, kommen gemäss den Regeln der gesetzlichen Erbteilung die Eltern zum Zug. Sind die Eltern schon gestorben, treten an ihre Stelle die eigenen Brüder und Schwestern, dann die Nichten und Neffen. Sind keine Erben des sogenannten elterlichen Stammes vorhanden, fällt der Nachlass an den Stamm der Grosseltern. Dazu gehören neben den Grosseltern der Onkel oder die Tante, die Cousinen oder Cousins und so weiter. Sind auch keine solchen Erben vorhanden, erbt schliesslich der Staat. Der Nachlass wird in so einem Fall meistens zwischen der Wohngemeinde des Erblassers und dem Kanton aufgeteilt.

Letztwillige Verfügung

Wenn Alleinstehende nicht regeln, was nach dem Tod mit ihrem Vermögen geschehen soll, profitieren dereinst also unter Umständen Personen, zu denen sie keine oder nur lose Beziehungen hatten. Doch die gesetzliche Erbfolge lässt sich mit einer letztwilligen Verfügung ändern. In einem Testament kann der Erblasser seine Erben bestimmen. Alleinstehende, die weder Nachkommen noch Eltern hinterlassen, müssen keine Pflichtteilsrechte beachten. Sie können völlig frei entscheiden, wer ihr Vermögen nach ihrem Tod erhalten soll.

Die folgenden vier Punkte sind besonders wichtig für Alleinstehende, die ihr Erbe regeln möchten:

1. Vorsorgeguthaben zuweisen

Pensionskassen- und Freizügigkeitsguthaben sowie Guthaben aus der Säule 3a fallen nicht in das Nachlassvermögen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Vorsorgestiftung, wie dieses Geld unter den Begünstigten aufgeteilt wird und welchen Einfluss Sie darauf nehmen können. 

2. Spenden oder Stiften

Besonders viele Menschen ohne nahe Verwandte wünschen sich, dass ihr Vermögen einem guten Zweck zugute kommt. Dieses Ziel kann man mit einer letztwilligen Verfügung erreichen. Eine eigene gemeinnützige Stiftung ist nur sinnvoll, wenn man ein bedeutendes Vermögen hinterlässt.

3. Testament prüfen lassen

Viele Testamente sind zu wenig klar formuliert. Die Formulierung "Mein Nachlass soll an karitative Institutionen gehen" zum Beispiel lässt viele Fragen offen: Welche Institutionen wollte der Erblasser konkret berücksichtigen? Wie viel will er jeder Institution zuteilen? Handelt es sich um eine Erbeinsetzung oder um ein Vermächtnis? Ein Vermächtnisnehmer hat andere Rechte als ein Erbe. Im schlimmsten Fall ist das Testament ungültig, wenn es unklar formuliert ist. Lassen Sie Ihr Testament deshalb von einer Fachperson überprüfen.

4. Willensvollstreckung prüfen

Ein Todesfall löst in der Familie nicht nur tiefe Trauer aus. Nicht selten weckt die Aussicht auf eine Erbschaft finanzielle Begehrlichkeiten bei einzelnen potenziellen Erben. Besonders wenn es um viel Geld geht, kann es deshalb ratsam sein, einen fachkundigen und neutralen Willensvollstrecker einzusetzen, der das Testament durchsetzt, bei Streit unter den Erben vermittelt und für eine rasche und kostengünstige Erbteilung sorgt.

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