Wer sich nicht anmeldet, kriegt keine AHV-Rente

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 01.03.2020

Von Rapahel Ebneter, Bereichsleiter St. Gallen und Kreuzlingen beim VZ VermögensZentrum

Alle Menschen, die in der Schweiz wohnen oder arbeiten, sind bei der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) versichert. Die AHV ist die erste und älteste Säule der sozialen Sicherheit in der Schweiz. 

Als Volksversicherung ist die AHV für alle obligatorisch. Ihr Ziel ist es, die Existenzsicherung im Alter oder im Todesfall des Ehepartners zu gewährleisten. Zum grössten Teil wird die AHV durch lohnabhängige Einzahlungen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanziert. Doch für Laien ist die AHV aufgrund des komplexen Regelwerkes kaum durchschaubar. Wie hoch fällt meine AHV-Rente aus? Wie funktioniert das Rentensplitting bei Ehepaaren?

Die Höhe der Rente hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: der Anzahl Beitragsjahre, dem durchschnittlichen Jahreseinkommen zwischen dem 21. und 65. Lebensjahr (für Frauen bis zum 64. Lebensjahr) und von Gutschriften zum Beispiel für Kindererziehung oder für die Pflege naher Verwandter. Die minimale Einzelrente beträgt derzeit 1185 Franken pro Monat, die maximale Einzelrente beträgt 2370 Franken. Letztere erhalten Personen mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von mindestens 85'320 Franken.

Für jedes fehlende Beitragsjahr ab dem 21. Lebensjahr wird die Rente anteilsmässig gekürzt. Lücken entstehen zum Beispiel, wenn jemand nicht immer erwerbstätig war oder wenn man während des Studiums vergessen hat, den Mindestbetrag von 496 Franken im Jahr einzuzahlen.

Beitragslücken können nur innerhalb von fünf Jahren nachbezahlt werden. Übrigens: Personen ab 40 Jahren können ihre Altersrente in der Regel kostenlos vorausberechnen lassen. Allerdings: Je näher der Pensionierungszeitpunkt ist, desto genauer fällt die Schätzung aus.

Wer AHV beziehen will, muss sich anmelden

Im Gegensatz zur Pensionskassenrente kommt jene der AHV mit 65 Jahren (respektive 64 Jahren für Frauen) nicht automatisch. Der Bezug der Rente muss bei der Ausgleichskasse persönlich angemeldet werden  –am besten drei bis sechs Monate vor der Pensionierung.

Wer sich frühzeitig pensionieren lassen will, kann die AHV ein oder zwei Jahre vor dem ordentlichen Pensionierungsalter vorbeziehen. Allerdings wird die Rente dann lebenslang gekürzt. Umgekehrt verhält es sich, wenn man die AHV-Rente aufschiebt. Dann erhöht sich die Rente lebenslang, je nach Dauer des Aufschubs, um bis zu 31,5 Prozent. Maximal kann die Rente um bis zu fünf Jahre, im Minimum muss sie um ein ganzes Jahr aufgeschoben werden.

Bei einer frühzeitigen Pensionierung müssen bis zur ordentlichen Pensionierung weiterhin AHV-Beiträge geleistet werden. Die Höhe der Beiträge hängt vom Vermögen und Renteneinkommen ab. Sie betragen mindestens 496 Franken und höchstens 24'800 Franken pro Jahr. Wenn einer der beiden Partner ein Teilzeitpensum beibehält, kann er unter Umständen seine eigenen AHV-Beiträge senken und seinen Partner von der Beitragspflicht entbinden. Die Beitragspflicht entfällt nämlich, wenn der Ehepartner als erwerbstätig im Sinne der AHV gilt und mindestens 992 Franken pro Jahr in die AHV einzahlt.

Rentenberechnung bei Ehepaaren

Bei Ehepaaren wird die Rente des Ehepartners, der zuerst in Pension geht, auf der Basis seines eigenen durchschnittlichen Jahreseinkommens berechnet. Sobald beide Partner pensioniert sind, werden die Erwerbseinkommen und Gutschriften, welche die Ehepartner während der Ehejahre erzielt haben, aufgeteilt und je zur Hälfte jedem Partner gutgeschrieben. Die Erwerbseinkommen sind zwischen Mann und Frau oft ungleich verteilt. Viele Rentner erhalten deshalb bis zur Pensionierung ihrer Ehefrau die maximale Einzelrente. Rentnerinnen bekommen hingegen bis zur Pensionierung ihres Ehemannes oft nur eine reduzierte oder die Minimalrente.

Sobald beide Ehepartner pensioniert sind, erhalten sie zusammen derzeit höchstens 150 Prozent der Maximalrente für Alleinstehende, also 3555 Franken pro Monat.

Diese Seite teilen