14 Begriffe zur Pensionierung

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 15.06.2020

Von Cyrill Bazzana, Leiter Beratung VZ Sammelstiftungen beim VZ VermögensZentrum

Die Welt der beruflichen Vorsorge ist voller Fachbegriffe. Vieles hat man schon gehört, aber kaum jemand weiss genau, was die jeweiligen Begriffe bedeuten. Nachfolgend die wichtigsten Termini:

Altersguthaben

Das Altersguthaben umfasst Ihr eingebrachtes Freizügigkeitsguthaben sowie alle Sparbeiträge, die Sie und Ihr Arbeitgeber bisher einbezahlt haben, zuzüglich Zinsgutschriften. Das im Vorsorgeausweis ausgewiesene "voraussichtliche Altersguthaben" bezeichnet jenes Guthaben, das Sie bis zu Ihrer Pensionierung voraussichtlich angespart haben werden. Es handelt sich um eine Hochrechnung, bei der die Pensionskasse davon ausgeht, dass das Altersguthaben mit einem fixen Zins bis zur Pensionierung verzinst wird, und dass Sie bis zur Pensionierung immer gleich viel verdienen werden.

Altersgutschriften

Dabei handelt es sich um Sparbeiträge, die von den Versicherten und den Arbeitgebern regelmässig in die berufliche Vorsorge einbezahlt werden.

Berufliche Vorsorge

Die berufliche Vorsorge ist die zweite Säule des Schweizer Altersvorsorgesystems. Das Ziel der beruflichen Vorsorge ist es, die Weiterführung des Lebensstandards im Alter zu erlauben. Während Angestellte obligatorisch bei einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen sind, können Selbstständige dies freiwillig bei der Stiftung Auffangeinrichtung oder bei einer Pensionskasse des Berufsverbandes tun.

Deckungsgrad

Der Deckungsgrad zeigt das Verhältnis zwischen dem Vermögen und den Verpflichtungen einer Pensionskasse. Sind die Verpflichtungen zu mehr als 100 Prozent gedeckt, spricht man von einer Überdeckung. Bei einer Unterdeckung sind es weniger als 100 Prozent.

Einkauf

Mit Einkäufen in die Pensionskasse sind freiwillige Einzahlungen gemeint. Freiwillige Einkäufe helfen, höhere Leistungen im Alter zu erreichen, Vorsorgelücken zu schliessen und Steuern zu sparen.

Freizügigkeitsleistungen

Tritt eine Person aus einem Arbeitsverhältnis aus, wechselt sie im Allgemeinen auch die Pensionskasse. Die gesamte Freizügigkeitsleistung (obligatorischer und überobligatorischer Teil) muss dann an die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers überwiesen werden. Ist jemand arbeitslos, oder macht jemand eine längere Pause, fliesst das Geld auf eine Freizügigkeitseinrichtung. Dort ist das Kapital weiterhin gebunden.

Koordinationsabzug

Dieser wird vom massgebenden Lohn abgezogen, um den koordinierten und somit zu versichernden Lohn zu erhalten. Er beträgt 24'885 Franken (Stand 2020) und entspricht 7/8 der maximalen einfachen AHV-Rente. Durch den Koordinationsabzug verringern sich die Leistungen der Pensionskasse. Gerade für Teilzeitarbeitende kann dies bedeuten, dass sie Gefahr laufen, zu wenig anzusparen.

Mindestzins

Die Vorsorgeeinrichtungen müssen die Altersguthaben ihrer Versicherten verzinsen. Dabei schreibt der Bundesrat jährlich vor, wie hoch dieser Zins im obligatorischen Bereich mindestens zu sein hat. 2020 liegt der Mindestzins bei 1 Prozent.

Obligatorium

Im Obligatorium werden Löhne zwischen 24'885 und 85'320 Franken pro Jahr (Stand 2020) versichert. Hier müssen die Pensionskassen bestimmte gesetzliche Leistungen einhalten. Zudem wird auf dem obligatorischen Pensionskassenguthaben der jährliche Mindestzins (siehe oben) gutgeschrieben.

Technischer Zinssatz

Der technische Zinssatz ist einer der wichtigsten Punkte bei der Einschätzung der Qualität einer Pensionskasse. Mit diesem Satz schätzen Pensionskassen die Höhe ihrer künftigen Erträge ein. Je höher der technische Zinssatz, desto weniger Vorsorgekapital müssen die Pensionskassen in ihren Büchern ausweisen, um die versprochenen Renten leisten zu können. Gleichzeitig bedeutet ein höherer technischer Zinssatz aber auch mehr Risiken, da mehr Rendite für die laufenden Rentenzahlungen erwirtschaftet werden muss.

Überobligatorium

Im Überobligatoriun werden Einkommen über 85'320 Finken pro Jahr (Stand 2020) und unter 24'885 Franken pro Jahr versichert. Der Umwandlungssatz im Überobligatorium sowie die Verzinsung dürfen tiefer ausfallen.

Umwandlungssatz

Mit dem Umwandlungssatz wird das angesparte Altersguthaben in der zweiten Säule in eine lebenslange Rente umgewandelt. Der gesetzliche Umwandlungssatz im Obligatorium beträgt aktuell 6,8 Prozent. Im Überobligatorium gibt es keinen gesetzlich festgelegten Umwandlungssatz. Wird für das gesamte Altersguthaben (obligatorischer und überobligatorischer Teil) derselbe Umwandlungssatz angewendet, spricht man von einem "umhüllenden Umwandlungssatz". Dieser umhüllende Umwandlungssatz ist oftmals tiefer als der Umwandlungssatz im Obligatorium. Insgesamt dürfen die Mindestleistungen aber auch bei einem umhüllenden Satz nicht unterschritten werden.

Wertschwankungsreserven

Um die Schwankungen an den Kapitalmärkten auszugleichen, muss jede Pensionskasse Wertschwankungsreserven bilden. Die Wertschwankungsreserven werden individuell in Zusammenarbeit mit dem Pensionskassenexperten festgelegt. In der Regel betragen diese zwischen 7,5 und 15 Prozent.

Wohneigentumsförderung

Die Wohneigentumsförderung sieht einen Vorbezug oder die Verpfändung der Pensionskassengelder zur Finanzierung von Wohneigentum für den Eigenbedarf vor. Der Mindestbetrag für den Vorbezug beträgt 20'000 Franken. Ein Vorbezug darf ausserdem nur alle fünf Jahre geltend gemacht werden.

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