Welcher Index darf's denn sein?

Display, 01.12.2019

Vom LGBT-Team vom VZ VermögensZentrum

Ein Sparkonto macht bei den tiefen Zinsen keine gute Figur. Wer heutzutage Geld rentabel auf die hohe Kante legen möchte, sollte in ETF und Indexfonds investieren, hört man oft. Was ist so toll daran?

Die Nachfrage nach ETF und Indexfonds ist rasant gestiegen. Ein Grund sind die mickrigen Zinsen, die auf Sparkonti & Co. gezahlt werden. Auch wenn die Inflation seit Jahren gering ist, resultiert mit dem Sparkonto unter dem Strich ein Verlust; die Kaufkraft des Ersparten sinkt. Wer hier nicht tatenlos zusehen will, muss Alternativen suchen. Und hier haben ETF und Indexfonds zwei entscheidende Vorteile.

Mit einem Indexfonds investiert ein Anleger indirekt in einen Börsenindex wie den SPI oder den Dax. ETF sind börsenkotierte Indexfonds. Sie können wie Aktien während der Börsenöffnungszeiten gekauft oder verkauft werden. Das Ziel dieser Fonds ist es, die Wertentwicklung von einem Index exakt nachzubilden. Dafür kauft das Fondsmanagement die im Index enthaltenen Wertschriften. Steigt der Index, so steigt auch der Wert des Indexfonds und umgekehrt.

Der Vorteil der Marktrendite

Für den Fondsanleger heisst das, er macht immer so viel Gewinn oder Verlust wie der Index - er erhält die Indexrendite, auch Marktrendite genannt. Was wenig spektakulär klingt, hat einen grossen Vorteil. Neben den Indexfonds gibt es auch aktiv gemanagte Fonds. Dabei versucht das Fondsmanagement über Stock Picking und Market Timing eine höhere Rendite zu erwirtschaften.

Das Problem: Die meisten Fondsmanager können dieses Versprechen nicht halten. Viele aktive Fonds schaffen es auf Dauer nicht, den Markt zu schlagen. Nicht wenige bleiben sogar deutlich hinter der Marktrendite zurück. Füreinen langfristigen Vermögensaufbau kann es deswegen von Vorteil sein, auf die Marktrendite zu zielen. Und die gibt's mit ETF und Indexfonds.

Tiefe Gebühren sind entscheidend

Der zweite wichtige Vorteil von ETF und Indexfonds sind die Kosten. Die zentrale Kennzahl ist bei Fonds die Gesamtkostenquote, die als TER abgekürzt wird. Die Abkürzung steht für Total Expense Ratio. Das muss man nicht wissen. Was man aber wissen sollte, ist die Höhe der TER. Für ETF und Indexfonds liegt sie meist zwischen 0,1 bis 0,5 Prozent des Anlagevolumens.

Für aktive Fonds muss man tiefer in die Tasche greifen, weil das Fondsmanagement aufwendiger ist und mehr Kosten anfallen. Hier liegt die TER-Bandbreite zwischen 1,25 bis 2 Prozent. Die Gebührenunterschiede sehen nicht gross aus. Über Jahre läppern sich solche Differenzen wegen des Zinseszinseffekts aber zusammen.

Die Nadel im Heuhaufen

Der Zuspruch, den ETF und Indexfonds erfahren, ist also berechtigt. Die grösste Schwierigkeit besteht jedoch darin, das passende Produkt zu finden. Allein an der Schweizer Börse stehen mehr als 1500 ETF zur Auswahl. Dazu kommt eine grosse Zahl von – nicht an der Börse kotierten – Indexfonds. Als Privatanleger hier einen Überblick zu bekommen, ist praktisch unmöglich.

Da Indexfonds einen Index nachbilden, sind die historischen Renditen und Schwankungsrisiken des jeweiligen Indexes wichtige Auswahlkriterien. Ein Aktienmarktindex hat meist ein höheres Renditepotenzial als ein Anleihenindex. Bei Aktienindizes bestehen allerdings auch höhere Schwankungsrisiken. Auch innerhalb einer Anlageklasse kann es zu Renditeunterschieden kommen.

Das alles sollte dem Anleger vor dem Kauf eines ETF oder Indexfonds bekannt sein. Deswegen empfiehlt es sich, einen produktunabhängigen Experten mit ins Boot zu holen, der die verfügbaren Produkte auf Herz und Nieren prüft. Das ist alles andere als selbstverständlich. Viele Berater neigen dazu, ihren Kunden die eigenen Produkte zu verkaufen. Das müssen aus Kundensicht aber nicht immer die besten und günstigsten sein.

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