Vorsorgefalle Selbstständigkeit

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 15.01.2019

Von Dario Berlinger, Leiter Start-up-Desk beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Mit einer guten Geschäftsidee und der Sicherstellung der Finanzierung der neuen Firma ist es meist nicht getan: Wer als Unternehmer erfolgreich sein will, muss sich auch Gedanken über seine Vorsorge machen.

Denn die zu erwartenden Beiträge aus der obligatorischen 1. Säule reichen in den wenigsten Fällen aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu gewährleisten. Und ob die eigene Firma dereinst zu einem Preis verkauft werden kann, mit dem die nötigen Mittel generiert werden, lässt sich in der Regel kaum abschätzen. Umso wichtiger ist es deshalb, sich frühzeitig um seinen Ruhestand zu kümmern.

Der Sparprozess fürs Alter kann über verschiedene Wege erfolgen

Einzahlungen in die Säule 3a Selbstständigerwerbende, die sich keiner Pensionskasse anschliessen wollen oder können, dürfen 2019 bis zu 20 Prozent ihres Nettoeinkommens oder maximal 34'128 Franken in die freiwillige Vorsorge im Rahmen der Säule 3a einzahlen. Die geleisteten Beiträge können schliesslich vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, was die Steuerbelastung erheblich reduziert.

Sparen mittels Pensionskasse

Selbstständige Unternehmer, die im Rahmen der zweiten Säule ihre Altersvorsorge aufbauen wollen, haben grundsätzlich folgende Optionen:

  • Sie können sich der gleichen Vorsorgeeinrichtung anschliessen, bei der sie ihre Mitarbeiter versichern lassen. Wichtig ist dabei, dass die Risiko- und Verwaltungskosten regelmässig verglichen werden, um sicherzugehen, dass man nicht mehr als nötig bezahlt.
  • Alternativ können sich Unternehmer auch bei der Pensionskasse des jeweiligen Berufsverbandes versichern lassen, oder sie schliessen sich der Stiftung Auffangeinrichtung BVG an. Letztere Option ist jedoch vor allem für Versicherte gedacht, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen von keiner anderen Pensionskasse akzeptiert werden.

Gemeinsam haben alle Optionen, dass sich durch die Einzahlung in die Pensionskasse der Maximalbetrag für die Säule 3a reduziert. So dürfen Versicherte, die in der beruflichen Vorsorge versichert sind, höchstens 6826 Franken an die freiwillige Vorsorge leisten (Stand 2019). Wer sich zu Beginn seiner Selbstständigkeit noch nicht darüber im Klären ist, ob er sich einer Pensionskasse anschliessen will, kann sein Guthaben vorübergehend auf ein Freizügigkeitskonto überweisen lassen. Allerdings: Schliesst man sich danach keiner Pensionskasse mehr an und bleibt das Guthaben bis zur Pensioniering bei einer Freizügigkeitsstiftung, kann es schlussendlich nur noch als Kapital bezogen werden.

AHV definiert Selbstständigkeit

Wer als selbstständigerwerbend im Sinne der Sozialversicherung gilt, entscheiden die Ausgleichskassen. Wer in seiner Selbstständigkeit überwiegend für einen einzigen Auftraggeber arbeitet, wird von der AHV in der Regel als Angestellter eingestuft. Er erhält dann von seinem Auftraggeber beziehungsweise Arbeitgeber einen Lohnausweis und muss sich weiterhin der Pensionskasse anschliessen, wenn das Jahreseinkommen mindestens 21'330 Franken übersteigt (Stand 2019).

Anders sieht es aus, wenn jemand von der AHV als selbstständig eingestuft wird. In diesem Fall können sich Selbstständigerwerbende freiwillig unter Vorbehalt der oben erwähnten Bedingungen einer Pensionskasse anschliessen. Pensionskassen haben allerdings keine Aufnahmepflicht. Namentlich gilt diese Regelung für Inhaber von Einzelfirmen, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaften, die mehrere Auftraggeber sowie ein sichtbares Auftreten am Markt haben, über eigene Geschäftsräume verfügen sowie das unternehmerische Risiko selbst tragen.

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