Schatz, vergiss den Einkauf nicht!

Display, 14.11.2019

Vom LGBT-Team vom VZ VermögensZentrum

Neigt sich das Jahr dem Ende zu, denken viele über einen Einkauf in ihre Pensionskasse nach. Damit kann man Steuern sparen und die Vorsorgesituation im Alter verbessern. Es gibt aber auch Einschränkungen.

Zusammen mit deinem Arbeitgeber zahlst du jeden Monat in deine Pensionskasse ein. Du kannst freiwillig auch mehr als diese obligatorischen Beiträge einzahlen. Das hat den Vorteil, dass am Ende mehr Geld in deiner Pensionskasse ist, womit sich die Leistungen im Alter verbessern – und je nach Pensionskasse auch die Leistungen bei Tod oder Invalidität. Freiwillige Einkäufe sind auch steuerlich interessant, weil Einzahlungen aus dem Privatvermögen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können. Wegen der Steuerprogression sparst du meistens mehr Steuern, wenn du den Betrag gestaffelt einzahlst statt alles auf einmal.

Ein Einkauf in die Pensionskasse ist aber nur dann erlaubt, wenn du eine Vorsorgelücke hast. Gründe für solche Lücken sind zum Beispiel Lohnerhöhungen, ein Stellenwechsel, fehlende Versicherungsjahre infolge eines Arbeitsunterbruchs aufgrund von Arbeitslosigkeit, Studium oder Auslandsaufenthalt sowie der Wechsel in eine Pensionskasse mit höheren Leistungen.

Deckungsücke durch "Scheidung"

Auch bei der Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft kann dies der Fall sein. Dann wird das Pensionskassenkapital, das im Laufe der Partnerschaft angespart wurde, unter den geschiedenen Partnern aufgeteilt. Hiervon profitieren in der Regel Partner mit geringerem Arbeitspensum und Einkommen. Für den Partner, der den grösseren Teil des Pensionskassenkapitals beigesteuert hat – und der entsprechend Einbussen erlitten hat – ergibt sich deswegen aus einer "Scheidung" eine Deckungslücke respektive ein höheres Einkaufspotenzial.

Neben der individuellen Deckungslücke gibt es gesetzliche Einschränkungen beim Einkauf in die Pensionskasse. Hast du einen Teil deines Pensionskassenkapitals für die Finanzierung deines Eigenheims bezogen, musst du zuerst diesen Vorbezug zurückzahlen, um von den steuerlich absetzbaren Einkäufen profitieren zu können. Einige Pensionskassen erlauben Rückzahlungen der sogenannten Wohneigentumsvorbezüge höchstens bis drei Jahre vor der Pensionierung. Wenn du dein Pensionskassenguthaben für die Finanzierung deines Eigenheimes jedoch verpfänden lässt, statt es dir auszahlen zu lassen, dann fällt diese Einschränkung weg.

Einkaufsbetrag im Vorsorgeausweis

Die meisten Pensionskassen führen den maximalen Einkaufsbetrag im Vorsorgeausweis auf, den sie ihren Versicherten jedes Jahr verschicken. Diesen Betrag berechnet die Pensionskasse aufgrund der vorhandenen Angaben. Wenn du sicher sein willst, dass die Steuerbehörde deine freiwilligen Einzahlungen als abzugsfähig anerkennt, musst du dein Einkaufspotenzial von deiner Pensionskasse individuell berechnen lassen. Willst du schon im laufenden Jahr von der Steuerersparnis profitieren, dann solltest du die Einzahlung nicht auf den letzten Drücker machen, sondern bis Ende November abwickeln. Viele Pensionskassen setzen ihren Versicherten hier Fristen und schicken ihnen die Einkaufsofferte sowie den Einzahlungsschein zu.

Wann es sich besonders lohnt

Ein Einkauf in die Pensionskasse lohnt sich umso mehr, je höher dein steuerbares Einkommen ist und je schneller du das Geld wieder beziehst. Die höchste Rendite erzielst du deshalb in der Regel mit einem Einkauf in den Jahren vor deiner Pensionierung. Wenn du dir dein Pensionskassenguthaben oder einen Teil davon bei der Pensionierung auszahlen lassen möchtest, solltest du drei Jahre vor deiner Pensionierung den letzten Einkauf tätigen. Für alles was du später noch einzahlst, musst du die Steuern nachzahlen, die du mit dem Einkauf gespart hast.

Bei einigen Pensionskassen ist ein Einkauf generell nur bis drei Jahre vor der Pensionierung möglich – auch wenn man das ganze Guthaben als Rente beziehen möchte. Vor allem gut verdienende Angestellte würden gern mehr in die Pensionskasse einzahlen, sie haben ihr Einkaufspotenzial aber meistens bereits ausgeschöpft. Optimierte Kadervorsorgepläne erhöhen das Potenzial in solchen Fällen oft um mehrere Hunderttausend Franken.

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