Die Steuerreform 2020 für Unternehmen

gourmet, 10.10.2019

Von Roger Hofstetter, Leiter Unternehmensnachfolge beim VZ VermögensZentrum in Luzern

Im Mai hat die Mehrheit der Stimmberechtigten die "Steuervorlage und AHV-Finanzierung" angenommen. Die folgenden Punkte sind für Unternehmerinnen und Unternehmer relevant.

  • Bei Beteiligungen ab 10 Prozent besteuert der Bund die Dividenden künftig höher, nämlich zu 70 Prozent.
  • Das gilt auch für einige Kantone. Dividenden werden mindestens zu 50 Prozent besteuert, zum Teil wird die Erhöhung deutlich höher ausfallen.
  • In Zukunft besteuern der Bund und alle Kantone Dividenden nach demselben Modell. Das Teileinkünfteverfahren sieht vor, dass nur ein Teil des Dividendenertrags in die Bemessungsgrundlage eingerechnet wird.
  • Steuerprivilegien von Holdings und anderen Statusgesellschaften fallen weg.
  • Als Kompensation wollen mehrere Kantone ihre Gewinnsteuern senken, einige auch ihre Kapitalsteuern.

Die Steuerreform tritt am 1. Januar 2020 in Kraft. Es bleiben also nur wenige Monate, um zu handeln. Wer sein Optimierungspotenzial ausschöpfen will, muss jetzt die richtigen Massnahmen einleiten. Inhaberinnen und Inhaber von KMU, die ihre Steuern senken und ihre Nachfolge regeln möchten, sollten ihre aktuelle Situation analysieren.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei:

Steuerfolgen prüfen

Berechnen Sie, wie sich die höhere Besteuerung auf Ihre Steuerbelastung auswirkt. Mit einer guten (Substanz-)Dividenden-Strategie können Sie erstens viel Geld sparen und zweitens Ihre Nachfolge erleichtern. Gleichzeitig lohnt es sich zu prüfen, wie Sie die nicht-betriebsnotwendigen Mittel besser bewirtschaften können. Unter Umständen wirkt sich das auf die Jahresrechnung 2019 beziehungsweise auf die Verwendung des Gewinns aus. Für Unternehmerinnen und Unternehmer kann die Steuerreform auch ein Anstoss sein, sich über die Bilanzstruktur Gedanken zu machen und das Unternehmen für eine erfolgreiche Nachfolge vorzubereiten.

Bezug von Lohn und Dividende hinterfragen

Prüfen Sie, ob Sie das Verhältnis zwischen Ihren Lohn- und Dividendenbezügen verbessern können. Oft ist ein höherer Lohn attraktiver – vor allem, wenn Sie eine Kadervorsorge haben. Auch mit freiwilligen Einkäufen in die Pensionskasse können Sie Ihre Steuerbelastung deutlich senken. Leiten Sie das rechtzeitig ein und halten Sie die Sperrfristen ein. Ein Finanzplan zahlt sich aus: Er macht alle Geldströme sichtbar und hilft, die richtigen Massnahmen zu treffen.

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