So viel dürfen Sie einzahlen

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 15.12.2019

Von Karl Flubacher, Geschäftsleiter Region Nordwest- und Westschweiz beim VZ VermögensZentrum in Basel

Zum Jahresende hin denken viele darüber nach, sich freiwillig in die Pensionskasse einzukaufen. So kann der einbezahlte Betrag vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. 

Damit sich jemand freiwillig in die Pensionskasse einkaufen kann, muss eine Beitragslücke bestehen. Diese entsteht z. B. durch eine Lohnerhöhung (veränderte Einkommensverhältnisse) oder durch eine lange Ausbildungszeit, eine Kinderpause, einen längeren Auslandaufenthalt, eine Scheidung oder einen Stellenwechsel. 

Vorbezug fürs Eigenheim muss zuerst zurückbezahlt sein

Wer einen Teil seines Pensionskassenguthabens für die Finanzierung von Wohneigentum vorbezogen hat, kann erst dann wieder freiwillige Einkäufe leisten, wenn der Vorbezug zurückbezahlt ist. Diese Einschränkung fällt weg, wenn man das Vorsorgeguthaben für die Finanzierung des Eigenheims verpfändet, statt es auszahlen zu lassen. Einkäufe sind auch dann trotz Vorbezug möglich, wenn man damit eine Vorsorgelücke auffüllt, die bei einer Scheidung entstanden ist. Oder wenn eine Rückzahlung des Vorbezugs nicht mehr möglich ist. Bei einigen Pensionskassen kann man Vorbezüge nur bis spätestens drei Jahre vor der Pensionierung zurückzahlen. 

Maximaleinlage steht normalerweise im PK-Ausweis

Das Einkaufspotenzial sollte im Pensionskassenausweis vermerkt sein, den die Pensionskassen jedes Jahr an ihre Versicherten verschicken. Wenn das nicht der Fall ist, können Sie sich bei der Pensionskasse nach Ihrer persönlichen Maximaleinlage erkundigen.

Freizügigkeitskapital, das man nicht in die Pensionskasse des Arbeitgebers eingebracht hat, muss man von der persönlichen Maximaleinlage abziehen. Wenn man als Selbstständiger über die Säule 3a vorgesorgt hat und deshalb heute ein höheres Guthaben in der dritten Säule besitzt, als wenn man immer angestellt gewesen wäre, vermindert sich der maximale Einkaufsbetrag um die Differenz. 

Lohnt sich ein Einkauf in die PK?

Die Rendite eines Einkaufs in die Pensionskasse hängt vor allem vom Zeitpunkt der Einzahlung und von der Steuerersparnis bei der Einzahlung ab. Der Steuerspareffekt ist am grössten, wenn das Einkommen am höchsten ist. Bei vielen Erwerbstätigen ist das in den Jahren vor der Pensionierung der Fall. Umgekehrt gilt: Je länger der Einkaufsbetrag in der Pensionskasse bleibt, desto kleiner wird die Rendite.

Es kann daher sinnvoll sein, das Geld zunächst. anzulegen und erst kurz vor der Pensionierung in die Pensionskasse einzuzahlen. Wenn Sie sich Ihr Pensionskassenguthaben oder einen Teil davon auszahlen lassen möchten, sollten Sie sich spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einkaufen. Sonst müssen Sie die Steuern nachzahlen, die Sie dank des Einkaufs gespart haben.

Wegen der Steuerprogression sparen Sie in der Summe meistens mehr Steuern, wenn Sie den Betrag gestaffelt einzahlen statt alles auf einmal. 

Was geschieht mit dem Einkaufsbetrag im Todesfall?

Die meisten Versicherten gehen davon aus, dass die freiwillig einbezahlten Beträge nach ihrem Tod dem Eheoder Lebenspartner gehören. Etliche Pensionskassen finanzieren mit den normalen Beiträgen und den freiwilligen Einkäufen aber nur die Hinterbliebenen-Rente, die dem überlebenden Partner ohnehin zusteht. Bei diesen Pensionskassen erhöhen freiwillige Einkäufe die Rente für die Hinterbliebenen nicht, weil die Rente einem fixen Prozentsatz des versicherten Lohns entspricht. Klären Sie deshalb vor dem Einkauf ab, was mit dem zusätzlichen Kapital im Todesfall geschieht. 

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