Rentenversprechen können nicht eingehalten werden

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 31.5.2019

Von Karl Flubacher, Geschäftsleiter Region Nordwest- und Westschweiz beim VZ VermögensZentrum

Die Pensionskassen müssen ihre Leistungen kürzen. Umso wichtiger ist es, dass sich Versicherte selbst um ihre Vorsorge kümmern.

Die jüngsten Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen: Eine neu ausbezahlte Monatsrente aus der beruflichen Vorsorge betrug im Jahr 2017 bei der ordentlichen Pensionierung im Schnitt 1323 Franken für Frauen und 2268 Franken für Männer.

Von der AHV erhielten Neurentner im Durchschnitt 1748 Franken (Frauen) respektive 1943 Franken (Männer) im Monat. Zusammengerechnet ergibt sich daraus eine monatliche durchschnittliche Rente aus der 1. und 2. Säule von 3071 Franken für Frauen und 4211 Franken für Männer.

Um auch nach der Pensionierung sorgenfrei leben zu können, ist es deshalb wichtig, zusätzlich zu AHV und Pensionskasse Vermögen anzusparen. Die folgenden Massnahmen helfen dabei:

Freiwillig in die zweite Säule einzahlen

Pensionskassen bieten die Möglichkeit, das Altersguthaben mit zusätzlichen Beiträgen aufzustocken. Die Einkaufsbeträge können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Wichtig zu wissen ist, dass dabei die Steuerersparnis umso grösser ausfällt, je höher das steuerbare Einkommen ist und je schneller das Geld wieder als Kapital bezogen wird. Die höchste Rendite erzielt man deshalb mit einem Einkauf in den letzten Jahren vor der Pensionierung. Allerdings: Wer sich sein Altersguthaben auszahlen lassen möchte, darf drei Jahre vor der Pensionierung keine Einkäufe mehr tätigen.

Eine dritte Säule aufbauen

Wer in den letzten 25 Jahren jedes Jahr den gesetzlichen Maximalbetrag für Erwerbstätige auf ein Säule-3a-Sparkonto einzahlte, besitzt heute ein Guthaben von rund 199'100 Franken. Mit einer Wertschriftenlösung, die zu 40 Prozent in Aktien investiert, würde sich das Guthaben auf rund 255'200 Franken belaufen – sofern die Gebühren tief sind. Sowohl bei einem Zins- als auch bei einem Wertschriftenkonto können die an die Säule 3a geleisteten Beiträge vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

Hohe Steuern vermeiden

Die meisten gehen davon aus, dass sie nach der Pensionierung viel weniger Steuern zahlen. Die tatsächliche Steuerreduktion ist aber oft viel weniger gross als erhofft. Denn wer pensioniert ist, kann in der Regel weniger Abzüge – wie etwa Berufsauslagen oder Einzahlungen in die Säule 3a – geltend machen.

Zu hohe Steuern führen schliesslich dazu, dass das angesparte Vermögen zu schnell aufgebraucht wird. Deshalb ist es wichtig, die Steuerbelastung gerade bei der Pensionierung tief zu halten. Dafür eignet sich unter anderem die schrittweise Pensionierung. Wer zum Beispiel sein Arbeitspensum mit 63 Jahren von 100 auf 70 Prozent reduziert, kann sich bei vielen Pensionskassen dann schon 30 Prozent seines Altersguthabens auszahlen lassen und den Rest beziehen, wenn er seine Berufstätigkeit endgültig aufgibt. Die Aufteilung der Bezüge über mehrere Jahre führt meistens dazu, dass die Steuerprogression gebrochen wird und die gesamte Steuerbelastung tiefer ausfällt.

Wer über das ordentliche AHV-Alter hinaus erwerbstätig ist, darf auch weiter in die Säule 3a einzahlen. Die Beiträge sind auf 6826 Franken pro Jahr beschränkt, falls gleichzeitig Beiträge in die Pensionskasse gezahlt werden. Wer keine Beiträge mehr in die Pensionskasse zahlt, darf bis zu 20 Prozent des Jahreseinkommens in die Säule 3a einzahlen, maximal 34'128 Franken pro Jahr.

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