Pensionskassengeld im Todesfall

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 01.04.2019

Von Jonas Schneider, Vorsorgeexperte beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Wohin fliesst das Pensionskassengeld, wenn ich sterbe? Diese Frage treibt viele um. Schliesslich ist das Pensionskassenguthaben für die meisten Erwerbstätigen der grösste Teil ihres Vermögens. Klar ist: Der Ehepartner oder eingetragene Partner sowie Waisen erhalten im Todesfall eine Hinterlassenenrente. Bei Konkubinatspartnern ist die Sachlage komplizierter.

Wenn eine verheiratete oder eingetragene Person stirbt, die in einer Pensionskasse versichert ist, zahlt die Vorsorgeeinrichtung dem Ehepartner oder dem eingetragenen Partner eine Hinterlassenenrente. Die Rente wird in der Regel aus dem vorhandenen Altersguthaben finanziert. Bei einigen Pensionskassen müssen die Paare dafür aber gewisse Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Partnerschaft hat mindestens 5 Jahre gedauert.
  • Die überlebende Person ist älter als 45 Jahre.

Es gibt auch Pensionskassen, die unabhängig von der Dauer der Partnerschaft und dem Alter eine Hinterlassenenrente ausbezahlen. Die genauen Details dazu entnehmen Versicherte dem Vorsorgereglement ihrer Pensionskasse. Die Kinder des Verstorbenen erhalten eine Waisenrente. Diese wird bis zum 18. Altersjahr oder bis zum Abschluss der Ausbildung - aber längstens bis zum 25. Geburtstag - ausbezahlt.

Konkubinatspaare in der Regel schlechter gestellt

Für Konkubinatspartner gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Hinterlassenenrente. Die meisten Pensionskassen richten jedoch eine freiwillige Todesfallleistung aus. Dafür müssen in der Regel eine oder mehrere der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Lebenspartnerschaft dauerte zum Zeitpunkt des Todes mindestens fünf Jahre.
  • Der hinterbliebene Partner wurde vom Verstorbenen finanziell erheblich unterstützt.
  • Der hinterbliebene Partner hat für ein gemeinsames Kind zu sorgen.

Pensionskassengeld im Todesfall

Was aber geschieht mit dem angesparten Guthaben, wenn die versicherte Person keine rentenberechtigten Personen hinterlässt? Gesetzlich sind Pensionskassen nicht dazu verpflichtet, das angesparte Guthaben in so einem Fall den übrigen Hinterbliebenen auszuzahlen. Es gibt aber Pensionskassen, die beim Tod der versicherten Person freiwillig ein einmaliges Kapital auszahlen Dieses Todesfallkapital entspricht normalerweise dem vorhandenen Altersguthaben.

Stirbt zum Beispiel eine alleinstehende und kinderlose Person, zahlt die Vorsorgeeinrichtung das Geld in der Regel den Eltern aus. Sind die Eltern bereits gestorben, erhalten es die Geschwister. Möchte man von dieser Regelung abweichen, muss man dies seiner Pensionskasse mitteilen. Allerdings sind die meisten Pensionskassenreglemente sehr strikt gehalten.

Freiwilligen Einkauf prüfen

Wer freiwillig in die Pensionskasse einzahlt, sollte prüfen, wem dieses Geld nach dem Todesfall zusteht. Die meisten Versicherten gehen davon aus, dass freiwillige Einkäufe dem Ehe- oder langjährigen Lebenspartner gehören. Es gibt aber Pensionskassen, welche dieses Geld nicht auszahlen oder aufgrund des Einkaufs die Rente für die Hinterbliebenen erhöhen. Andere Pensionskassen wiederum zahlen die getätigten Einkäufe zusätzlich zu einer Hinterlassenenrente aus.

Ob eine Pensionskasse die zusätzlichen Einkäufe auszahlt, ist auf dem jeweiligen Pensionskassenausweis meist nicht klar ersichtlich. Es lohnt sich deshalb, entweder auf der Website der Pensionskasse oder im Reglement nachzuschauen. Lässt sich die gewünschte Begünstigung nicht erreichen, muss man sich überlegen, ob die steuerlichen Vorteile eines Einkaufs diesen Nachteil aufwiegen.

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