Pensionierung: Die grössten Hebel, um Steuern zu sparen

gourmet, 7.6.2019

Von Sven Pfammatter, Bereichsleiter Zürich beim VZ VermögensZentrum

Haushalten mit dem, was man hat: Das reicht nicht immer, um den Lebensstandard nach der Pensionierung zu halten. Oft bleibt deutlich mehr zum Leben, wenn man die Steuern früh in den Griff bekommt. Lesen Sie, was Sie jetzt schon tun können.

Wer seine Steuerbelastung schon früh optimiert, kann oft Tausende von Franken auf die Seite legen. Die folgenden Tipps helfen, die richtigen Massnahmen ein zuleiten.

Tipp 1: Füllen Sie mehrere Vorsorge-Töpfe

In der Schweiz wird die private Vorsorge steuerlich begünstigt. Das macht freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse und in die Säule 3a für die meisten Erwerbstätigen zur wirkungsvollsten Massnahme, um die Steuern nachhaltig zu senken. Die einbezahlten Beträge darf man meistens vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abziehen. Auf diese Weise spart man jedes Jahr bares Geld.

Ein Ehepaar mit einem steuerbaren Einkommen von 120'000 Franken spart in Basel 2850 Franken Steuern, wenn es zusammen 10'000 Franken zusätzlich in die Pensionskassen und die Säule 3a einzahlt. Beginnt es zehn Jahre vor der Pensionierung damit, spart das Paar insgesamt fast 30'000 Franken.

Wichtig: Sorgen Sie dafür, dass Sie diese Guthaben später nicht auf einmal beziehen müssen – das wäre ein Nachteil. Legen Sie darum mehrere 3a Töpfe an. Als Faustregel eröffnen Sie eine neue Säule 3a, sobald Sie 50'000 Franken angespart haben. Zahlen Sie wenn möglich zeitlich gestaffelt in Ihre Pensionskasse ein. Wenn Sie zum Beispiel 60'000 Franken gespart oder geerbt haben, können Sie über drei Jahre je 20'000 Franken einzahlen - und diesen Betrag jedes Jahr von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen. Denken Sie auch daran, dass die Steuerersparnis dann am grössten ist, wenn Ihr Einkommen am höchsten ist. Oft ist das in den Jahren vor der Pensionierung der Fall. Einzahlungen lohnen sich zudem umso mehr, je weniger lang Ihr Geld in der Pensionskasse bleibt.

Achtung: Freiwillige Einzahlungen können Sie frühestens drei Jahre später wieder auszahlen lassen. Sonst werden die Steuern fällig, die Sie mit dem Einkauf eingespart haben.

Tipp 2: Leeren Sie nicht alle Vorsorge-Töpfe auf einmal

Die angesparten Guthaben werden bei der Pensionierung einmalig als Einkommen besteuert. Zwar werden sie separat vom übrigen Einkommen und zu einem niedrigeren Satz besteuert. Für die Berechnung der Steuer zählt die Behörde aber alle Bezüge eines Jahres zusammen; in den meisten Kantonen auch die des Ehepartners. Die Tarife variieren von Kanton zu Kanton. Je höher die Bezüge sind, die in ein Kalenderjahr fallen, desto höher ist die prozentuale Steuerbelastung.

Wichtig: Staffeln Sie den Bezug der Gelder über mehrere Jahre. Die Säule 3a können Sie bis zu fünf Jahre vor dem AHV-Alter auszahlen lassen. Das PK-Guthaben wird meistens bei der Pensionierung fällig. Wie gross die Steuerersparnis sein kann, zeigt dieses Beispiel: Ein Ehepaar, das alle Gelder auf einmal bezieht, zahlt in Zürich insgesamt 92'710 Franken Steuern. Verteilt es die Bezüge auf mehrere Jahre, zahlt es 49'050 Franken - das sind 43'660 Franken weniger. Die Ersparnis verbessert ihr Leben im Alter.

Tipp 3: Rente, Kapital oder Kombination

Wägen Sie sorgfältig ab Nach der Pensionierung hängt die Steuerbelastung stark davon ab, wie man das Guthaben in der Pensionskasse bezieht: als Rente oder (einen Teil davon) als Kapital. Die Rente muss man ein Leben lang als Einkommen versteuern, den Kapitalbezug nur einmal. Meistens ist der Kapitalbezug auf Dauer steuerlich attraktiver.

Wichtig: Wägen Sie gut ab, was für Sie besser ist. Ein Ehepaar hat zum Beispiel eine Kombination gewählt: Der Mann bezieht das Kapital, die Frau die Rente. Bis 85 spart das Paar allein dadurch 60'000 Franken Steuern. Dieses Paar hat mit 55 einen Finanzplan erstellt. Der Plan zeigt, wie sich Ausgaben, Einkommen und Vermögen im Alter entwickeln werden. Auf dieser Basis haben die Eheleute eine Reihe von Massnahmen umgesetzt, die zusammen zu einer Steuerersparnis von 114'240 Franken geführt haben.

Tipp 4: Umgehen Sie Steuerfallen nach der Pensionierung

Über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus zu arbeiten, hat seine Tücken. Denn kommen zum Lohn die Renten aus AHV und Pensionskasse hinzu, kann die Steuerlast auf einen Schlag steil ansteigen.

Wichtig: Klären Sie ab, wie Sie dieser Steuerfalle entgehen. Je nachdem lohnt es sich, die Renten ein paar Jahre aufzuschieben. Einige Pensionskassen lassen weiterhin freiwillige Einkäufe zu. Und wenn Sie weiter arbeiten, können Sie auch weiter in die Säule 3a einzahlen und so viel Steuern sparen – Männer längstens bis 70, Frauen bis 69.

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