Festhypotheken

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 15.06.2019

Von Michael Müller, Experte HEV HypothekenZentrum AG

Leserfrage: Im Januar haben Sie in Ihrer Kolumne geschrieben, dass ein weiterer Zinsrückgang denkbar ist und man deshalb mit dem Abschluss von Festhypotheken warten soll. Wie sehen Sie die Situation heute?

Der Druck auf die CHF-Zinsen hat in den letzten Wochen nochmals zugenommen, und dadurch sind die langfristigen Festhypotheken noch günstiger geworden. Die Zinsen der Geldmarkthypotheken (Libor) sind hingegen unverändert geblieben. Dies deshalb, weil die Banken die Zinsen für Geldmarkthypotheken auf der Basis einer künstlichen Untergrenze von 0 Prozent plus Kreditmarge kalkulieren.

Diese künstliche Untergrenze besteht seit 2015. Der Druck auf die künstliche Untergrenze wird aber immer grösser. Entsprechend ist es nicht mehr völlig auszuschliessen, dass sie eines Tages fällt. Tritt dies ein, können Geldmarkthypotheken gegenüber einer heute abgeschlossenen Festhypothek nochmals deutlich günstiger werden. Deshalb gilt weiterhin: Nur wenn Sie mit deutlich steigenden Zinsen rechnen, sollten Sie zu Festhypotheken wechseln, ansonsten empfehlen wir weiterhin auf Geldmarkthypotheken zu setzen, egal ob die Untergrenze fällt oder nicht.

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