So sparst du bei der Hypothek

Display, 30.04.2018

Von Jonas Schneider, Leiter LGBT Clients beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Besitzt du eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus? Spielst du mit dem Gedanken, dir etwas zu kaufen? Dann solltest du einiges beachten.

Beim Eigenheimkauf musst du mindestens 20 Prozent des Kaufpreises selber aufbringen. Erbvorbezüge oder Darlehen können dir als Eigenkapital angerechnet werden. Der Einsatz von Geldern aus der 2. und 3. Säule ist auch möglich, jedoch schmälert dies deine Vorsorge. Hier solltest du dir gut überlegen, wieviel Geld du davon in die eigenen vier Wände stecken möchtest.

Banken finanzieren entsprechend maximal 80 Prozent des Kaufpreises. Hierfür werden meist zwei Hypotheken abgeschlossen. Die erste beträgt in der Regel zwei Drittel des Objektwerts. Der Restbetrag – sprich die zweite Hypothek – muss innerhalb von 15 Jahren oder bis zur Pensionierung amortisiert werden.

Geld sparen mit der richtigen Hypothekarstrategie

Viele Käufer beschäftigen sich intensiver mit der Frage, wer die günstigsten Hypothekarzinsen anbietet, als mit der Wahl der richtigen Hypothekarstrategie. Unter Hypothekarstrategie verstehen wir die optimale Aufteilung des Kredits auf verschiedene Hypothekarmodelle. Die meisten vergleichen in erster Linie die Zinsen bei den Banken. Dabei hat die Strategie einen viel grösseren Einfluss auf die Zinskosten. Mit der richtigen Strategie lassen sich auch bei sehr tiefen Zinsen über einen längeren Zeitraum mehrere zehntausend Franken sparen. Die Suche nach dem günstigsten Kreditinstitut hingegen bringt höchstens einen Bruchteil dieser Ersparnis ein.

Geldmarkt-Hypotheken

Wer beispielsweise in den zehn Jahren von 1995 bis 2005 konsequent auf eine Strategie mit fünfjährigen Festhypotheken setzte, zahlte mit einer Hypothek von 500'000 Franken in diesen zehn Jahren insgesamt 279'000 Franken Zinsen. Die Zinskosten für eine Geldmarkt-Hypothek beliefen sich im gleichen Zeitraum auf 134'000 Franken. Die Geldmarkt-Hypothek war in zehn Jahren also 145'000 Franken günstiger als zwei aufeinander folgende 5-Jahres-Festhypotheken. Überhaupt waren Festhypotheken in fast allen 10-Jahres-Zeiträumen seit 1990 das oft mit Abstand teuerste Hypothekarmodell, Geldmarkt-Hypotheken in allen verglichenen Perioden das günstigste Modell. Dennoch ist die 5-Jahres-Festhypothek das häufigste und beliebteste Modell in der Schweiz.

Die Entscheidung, eine gemeinsame Liegenschaft zu kaufen, bringt zudem Fragen bezüglich der gegenseitigen Absicherung mit sich. Was passiert mit der Wohnung oder dem Haus, wenn ein Partner stirbt? Was für Leistungen fliessen im Todesfall aus der Vorsorge? Lässt sich damit die Hypothek abzahlen? Wie ist das Erbrecht? Können Verwandte fordern, dass der überlebende Partner auszieht?

Wie die richtige Hypothekarstrategie aussieht, hängt von der individuellen Situation ab. Um eine professionelle Beratung wirst du deswegen kaum herumkommen. 

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