Pensionierung: So reicht Ihr Geld bis ins hohe Alter

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 15.06.2018

Von Sven Pfammatter, Niederlassungsleiter beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Den Lebensabend ohne Sorgen zu geniessen: Diese Idee steckt hinter der zweiten Säule. Während die Rente aus der AHV das Existenzminimum sichern soll, dient die Rente aus der zweiten Säule zur Finanzierung des bisherigen Lebensstandards. Doch diese Rechnung geht je länger, je weniger auf: Viele Pensionskassen haben ihre Leistungen schon deutlich gekürzt. Andere ziehen nach.

Um sorgenfrei in Pension gehen zu können, müssen künftige Pensionierte deshalb einen Teil ihrer Altersvorsorge aus dem eigenen Vermögen finanzieren. Ein Beispiel: Im Vorsorgeausweis eines 58-jährigen Mannes steht, dass er mit 65 Jahren voraussichtlich 650'000 Franken in seiner Pensionskasse angespart haben wird. Wird dieses Guthaben mit einem Umwandlungssatz von 6,4 Prozent in eine Rente umgewandelt, bekommt er 3467 Franken pro Monat. Senkt die Pensionskasse ihren Umwandlungssatz nun auf 5,2 Prozent, schrumpft -seine monatliche Rente auf 2817 Franken. Das ist eine Einbusse von 650 Franken - und zwar Monat für Monat.

Doch damit nicht genug: Aufgrund der tieferen Umwandlungssätze decken die Renten aus AHV und Pensionskasse immer weniger als 60 Prozent des zuletzt bezogenen Einkommens. Angenommen, der Mann im Beispiel verdient netto 120'000 Franken im Jahr: Dann werden seine Renten einst nur noch knapp 52 Prozent seines letzten Salärs decken. Die wichtigsten Gründe für die Leistungskürzungen sind die tiefen Zinsen und die steigende Lebenserwartung – immer weniger Geld muss immer länger reichen.

Vom eigenen Vermögen leben

Umso wichtiger ist es, seine Vorsorge selbst in die Hand zu nehmen. Einzahlungen in die Säule 3a und gezielte Einkäufe in die Pensionskasse eignen sich dafür besonders, weil sie steuerlich begünstigt werden. Gleichzeitig sollte man frühzeitig planen, wie man das angesparte Vermögen so aufteilt, dass es bis ans Lebensende reicht. Ein solider- Finanzplan zeigt genau auf, wie sich Ausgaben, Einkommen und Vermögen in den Jahren nach der Pensionierung entwickeln werden und ob das Vermögen reicht, um das nötige Einkommen viele Jahre lang zu sichern.

Diese Fragen soll der Finanzplan zwingend beantworten:

  • Wie viel muss ich ansparen, um das fehlende Einkommen auszugleichen?
  • Wie kann ich dieses Kapital bis zur Pensionierung aufbauen?
  • Wie decke ich den Einkommensbedarf nach der Pensionierung am besten?
  • Wie setze ich die nötigen Massnahmen richtig um?

In einem stark vereinfachten Beispiel bezieht ein Ehepaar seine Pensionskassen-Guthaben zur Hälfte als Rente. Zusammen mit der AHV teilt es sich ein jährliches Einkommen von 64'800 Franken. Doch die Ausgaben für Lebenshaltung, Wohnen und Steuern betragen im ersten Jahr 83'000 Franken. Das heisst: Es entsteht eine Einkommenslücke, die jährlich steigt - unter anderem wegen der Teuerung.

Es braucht eine sorgfältige Planung

Für die Finanzierung dieser Lücke stehen weitere Vermögenswerte, wie Kontoguthaben und Wertschriften, zur Verfügung sowie die Hälfte des Pensionskassenkapitals. Dieses Geld kann unter anderem mit einer Etappenstrategie langfristig angelegt werden, wobei die Mittel in einen Verbrauchs- und einen Wachstumsteil aufgeteilt werden. In den Verbrauchsteil fliesst jener Betrag, der nötig ist, um den Einkommensbedarf für die erste Planungsetappe von zehn Jahren zu decken. Dieses Geld wird sehr sicher und ausschliesslich kurzfristig angelegt und schrittweise aufgebraucht.

 Der Rest fliesst in den Wachstumsteil und sichert das Einkommen für die folgenden zehn Jahre. Ein solider Finanzplan sowie das darauf basierende Einkommenskonzept benötigen viel Fachwissen. Es lohnt sich deshalb, eine Fachperson beizuziehen, die sich auskennt.

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