Hypotheken: Als der HEV das Banken-Monopol knackte

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 15.06.2018

Von Matthias Reinhart, Vorsitzender der Geschäftsleitung der VZ Gruppe

Es war im Frühling 2002. Viele werden sich erinnern. Damals musste man als Hausbesitzer in der Schweiz etwa 4 Prozent Zins für eine Hypothek bezahlen. Die Banken kassierten dabei eine beträchtliche Marge. Auch übten sie bei der Finanzierung von Liegenschaften ein Quasi-Monopol aus. Diese Situation bot einen fruchtbaren Boden für konsumentenfreundliche Ideen - so auch für eine aus unserem Hause.

Lorenz Heim, Leiter des HypothekenZentrums, und ich zogen in Erwägung, dass der HEV eine eigene Hypothek lancieren könnte. Und zwar eine Hypothek, die sich über institutionelle Investoren wie Pensionskassen, Lebensversicherungen und Banken refinanzieren lässt und die HEV-Mitgliedern durch das Pooling der Hypotheken deutliche finanzielle Vorteile bringt. Ohne Zeit zu verlieren, tauschten wir uns also mit Ansgar Gmür darüber aus. Ansgar erkannte sofort das Potenzial. "Das macht Sinn, das machen wir", waren seine Worte. Mit einem solchem Pooling könnten die Mitglieder viel Geld sparen: Sie würden weniger Hypozinsen bezahlen als bei einer Bank - und das bei gleicher Bonität und gleichen Laufzeiten.

Nicht ohne Widerstand lanciert

So kam es, dass die HEV Hypothek schon nach wenigen Monaten an den Start gehen konnte. Das ist charakteristisch für Ansgar: Ist er von einem Projekt überzeugt, scheut er keinen Aufwand. Er setzt alle Hebel in Bewegung, um sein Vorhaben zu verwirklichen. Dabei verliert er nie sein Kernziel aus den Augen: Den HEV-Mitgliedern nützliche Vorteile zu verschaffen! Um die HEV Hypothek zu lancieren, musste Ansgar gegen einige Widerstände kämpfen. Von interner wie externer Seite hiess es immer wieder, das Projekt sei zum Scheitern verurteilt. Doch er liess sich dadurch nicht beirren. Er blieb hartnäckig und setzte sich allen Unkenrufen zum Trotz durch.

Das zeichnet ihn als Kämpfernatur aus. Er steckt viel Herzblut in die Realisierung seiner Visionen. Das sind Eigenschaften, die für sein unternehmerisches Können stehen. Ansgar hat eine natürliche Fähigkeit, Trends im Voraus zu erkennen. Dadurch konnte er den HEV-Mitgliedern stets wertvolle Dienstleistungen bieten.

Zehntausende profitierten schon

Wie sich zeigte, sollte Ansgar auch beim Hypothekenpooling Recht bekommen. Mittlerweile haben mehrere zehntausend Mitglieder von der HEV Hypothek profitiert. Viele von ihnen, indem sie eine HEV Hypothek abschlossen - und noch mehr, indem sie mit einer HEV-Hypothekarofferte bewaffnet bei ihrer Hausbank vorsprachen, wo sie ihre Konditionen meistens deutlich nach unten verhandeln konnten.

Dabei geht es um viel Geld, wie ein Beispiel zeigt: Ein Hypothekarzins, der um 0,25 bis 0,5 Prozent tiefer ist, bedeutet, dass ein Hausbesitzer mit einer Hypothek von 500'000 Franken jedes Jahr bis zu 2500 Franken weniger zahlen muss. In zehn Jahren sind das 25'000 Franken, die er so sparen kann. Solche Vorteile blieben auch von der Presse nicht unbemerkt, wie die Schlagzeilen zeigten: "Monopol der Banken ist geknackt", schrieb etwa die Sonntagsleitung.

Der Blick titelte: "Hypozins: Hauseigentümer helfen sich selbst." Das Echo der Medien war ausgesprochen positiv. Wir danken Ansgar für die wertvolle Zusammenarbeit. Und wir wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft. Wir sind überzeugt: Er wird seine neue Ideen und Projekte mit der gleichen Begeisterung und Energie umsetzen, wie er es in den letzten 18 Jahren als HEV-Direktor allen vorgelebt hat.

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