Fallstricke bei der Säule 3a

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 15.10.2018

Von Jan Theiler, Niederlassungsleiter beim VZ VermögensZentrum in Baden

Erwerbstätige, die einer Pensionskasse angeschlossen sind, können in diesem Jahr 6768 Franken in die Säule 3a einzahlen und in der Steuererklärung vom Einkommen abziehen. Wer in keiner Vorsorgeeinrichtung versichert ist, kann bis zu 20 Prozent seines Erwerbseinkommens, maximal 33'840 Franken, in die Säule 3a einzahlen.

Wichtig ist, dass die Einzahlungen bei der Bank oder Versicherung bis spätestens 31. Dezember erfolgen. Spätere Einzahlungen können erst in der Steuererklärung des Folgejahres geltend gemacht werden. Hinzu kommt: Wer in einem Kalenderjahr nicht einzahlt, kann im nächsten Jahr nicht doppelt einzahlen. Es entsteht eine Lücke.

Wertschriften und tiefe Gebühren

Angenommen, ein Vorsorgesparer zahlte in den letzten 25 Jahren jedes Jahr den gesetzlichen Maximalbetrag für Erwerbstätige mit Pensionskasse in die 3. Säule ein. 1993 lag dieser Betrag bei 5414 Franken, 2018 belief er sich auf 6768 Franken. Hat der Vorsorgesparer seinejährlichen Beiträge auf ein 3a- Zinskonto eingezahlt, besitzt er heute ein Guthaben von 199'093 Franken. Mit einer Wertschriftenlösung hingegen, die zu 40 Prozent in Aktien investiert, ist das Guthaben 35'342 Franken höher, wenn die jährlichen Gebühren 1,5 Prozent betragen.

Bei Wertschriftenlösungen mit aktiver Verwaltung verschlingen die Gebühren einen grossen Teil der Rendite. Deutlich kostengünstiger sind Wertschriftenlösungen, bei denen das Guthaben passiv verwaltet, also in ETF und ankre Indexfonds investiert wird. Sie erzielen allein dank tieferer Gebühren über die Jahre eine Mehrrendite von mehreren 1000 oder sogar 10'000 Franken.

Anlagehorizont verlängern

Wer sich für eine Säule 3a mit Wertschriften entscheidet, sollte darauf achten, dass er bei der Pensionierung die Wertschriften in sein Depot übertragen lassen kann. Dadurch kann das Risiko gemindert werden, die Wertschriften zu einem ungünstigen Börsenzeitpunkt verkaufen
zu müssen.

Vorsicht vor hohen Steuern

Wer demnächst pensioniert wird, sollte darauf achten, dass er sich sein  Säule-3a-Guthaben nicht im gleichen Jahr auszahlen lässt wie jenes der Pensionskassen- oder Freizügigkeitskonten. Denn für die Berechnung der Auszahlungssteuern zählen die Steuerbehörden alle Kapitalbezüge aus der zweiten Säule und der Säule 3a eines Jahres zusammen, in den meisten Kantonen auch die Bezüge des Ehepartners. Das kann zu einer hohen Steuerbelastung führen.

Guthaben aus der Säule 3a können schon fünf Jahre vor der Pensionierung bezogen werden. Wer über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus erwerbstätig bleibt, darf den Bezug bis längstens 70 (Männer) beziehungsweise 69 (Frauen) aufschieben.

Sinnvolle Planung

Je höher die Bezüge sind, die in ein einziges Jahr fallen, desto höher ist auch die prozentuale Steuerbelastung. Wer ein 3a-Konto auflöst, muss immer das ganze Guthaben auf diesem Konto beziehen. Es lohnt sich deshalb, die Einzahlung auf zwei bis drei Konten zu verteilen. Für Ehepaare ist es zudem empfehlenswert, eine "Partnerstrategie" für den Bezug der Vorsorgegelder zu verfolgen, um die Steuerprogression möglichst zu brechen. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, die Ein- und Auszahlungen in die Säule 3a rechtzeitig zu planen.

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