Eine Zukunft ohne Libor?

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 1.9.2018

Von Michael Müller, Experte HEV HypothekenZentrum AG

Leserfrage: Immer wieder liest man in den Medien von der Abschaffung des Libors. Was bedeutet dies für meine Libor-Hypothek?

Das wichtigste Vorweg: Hypotheken mit kurzen Zinsbindungen, also die bisherigen Libor-Hypotheken, wird es weiterhin geben. Aber der bisherige Index, der London. Interbank Offered Rate (Libor), wird möglicherweise Mitte 2021 durch einen anderen Index abgelöst. Grund: Die 11 bis 16 Banken in England, die die Zinsen für den Libor melden, haben immer weniger echte Transaktionen. Deshalb ist der Libor nicht mehr sehr repräsentativ.

In der Schweiz besteht eine Arbeitsgruppe derjenigen Banken, die den Swiss Average Rate Overnight (Saron) favorisieren. Zu diesem Zinssatz, können die Banken über Nacht ihre Gelder bei der Schweizerischen Nationalbank platzieren.

Noch nicht gelöst ist dabei die Frage, wie aus einem Ein-Tages-Zinssatz ein solcher für eine Laufzeit von drei oder sechs Monaten wird. Vermutlich läuft es auf einen Durchschnittszins der vorausgehenden Wochen hinaus. Falls keine Lösung gefunden wird, könnte der Libor auch über 2021 hinaus der massgebende Index bleiben.

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