Das grosse Pensionskassen-Rating

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 14.9.2018

Von Cyrill Bazzana, Vorsorgeexperte beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Die richtige Pensionskasse für seine Angestellten zu finden, gleicht einer Herkulesaufgabe. Unzählige Bestimmungen machen die berufliche Vorsorge kompliziert. Leistungen, Kosten oder Performance können oft nur unzureichend verglichen werden. Alle Pensionskassen im Lande unter die Lupe zu nehmen, wäre unmöglich.

Um Unternehmern zumindest teilweise einen Überblick zu verschaffen, vergleicht das VZ VermögensZentrum in Rahmen eines Pensionskassen-Ratings 30 grosse Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen hinsichtlich Verzinsung, Verwaltungskosten, Umwandlungssatz und Deckungsgrad. Die untersuchten Sammelstiftungen versichern rund 1,5 Millionen Personen.

Das PK-Rating 2018 zeigt:

Verzinsung

Die bestplatzierte Pensionskasse im Vergleich hat die Vorsorgegelder ihrer Versicherten in den letzten drei Jahren um rund 59 Prozent höher verzinst als jene Pensionskasse mit der tiefsten Verzinsung. Wegen Zinseszins Effekts wirkt sich schon ein halbes Prozent mehr Zins sehr stark auf die Höhe der Rente aus. Aber nicht nur die erzielten Renditen, sondern auch die Kosten sind massgebend für eine langfristig höhere Verzinsung.

Verwältungskosten

Zwischen der günstigsten und teuersten Vorsorgeeinrichtung liegen 920 Franken. Will heissen: Die günstigste Pensionskasse verrechnet pro versicherte Person gerade einmal 103 Franken für den Versand der Vorsorgeausweise, die Verarbeitung von Lohnmeldungen etc., die teuerste mit 1023 Franken zehnmal mehr.

Deckungsgrad

Ein Deckungsgrad von 100 Prozent bedeutet, dass die Vermögenswerte die Verpflichtungen voll abdecken. Während die bestplatzierte Pensionskasse Ende 2017 einen Deckungsgrad von 120 Prozent ausweist, beträgt jener der letztplatzierten 103,5 Prozent. Der Deckungsgrad ist allerdings immer abhängig vom technischen Zins, mit dem die Vorsorgeeinrichtung die Höhe ihrer künftigen Renditen einschätzt. Wird der technische Zinssatz reduziert, sinkt auch der Deckungsgrad. Grundsätzlich zeigt sich: Die zweite Säule steht wohl vor der grössten Herausforderung seit ihrer Einführung.

Verantwortlich dafür sind neben der steigenden Lebenserwartung vor allem die tiefen Zinsen. Sie machen es den Pensionskassen praktisch unmöglich, mit wenig Risiko eine ausreichende Rendite zu erwirtschaften. Die Folgen: Immer mehr Pensionskassen kürzen ihre Leistungsversprechen. Um ihre Angestellten vor einer drohenden Rentenkürzung zu schützen, lohnt es sich für Unternehmen, ihre Pensionskasse regelmässig zu überprüfen.

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