AHV und Pensionskasse: Das ändert sich im Jahr 2019

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 15.12.2018

Von Raphael Ebneter, Bereichsleiter St. Gallen und Kreuzlingen beim VZ VermögensZentrum

Leserfrage: Welche Aussichten bieten sich denjenigen, die kurz vor der Pensionierung stehen, und welche Vorkehrungen sollten sie heute schon treffen?

Erstmals seit 2015 steigen im nächsten Jahr die AHV- und IV-Renten. Dabei wird die Minimalrente um 10 und die Maximalrente um 20 Franken erhöht. Demnach beträgt eine AHV-/IV-Minimalrente neu 1185 Fränken pro Monat und die Maximalrente 2370 Franken. Für Ehepaare steigt der neue Maximalbetrag von 3525 auf 3555 Franken. Änderungen wird es auch bei der zweiten Säule geben: Der Koordinationsabzug steigt von 24'675 Franken auf 24'885 Franken, und die Eintrittsschwelle wird von 21'150 Franken auf 21'330 Franken angehoben. Das heisst: Nur wer mehr als 21 330 Franken im Jahr verdient, ist obligatorisch im BVG versichert.

In der dritten Säule können Sparer künftig mehr einzahlen: So wird der bisher maximal zugelassene Einzahlungsbetrag von 6768 ken auf 6826 Franken erhöht. Wer in keiner Vorsorgeeinrichtung versichert ist, kann neu bis 34'128 Franken oder bis zu 20 Prozent seines Erwerbseinkommens in die Säule 3a einzahlen. Einzahlungen in die Säule 3a können in der Steuererklärung vom Einkommen abgezogen werden.

Wichtige Fragen bei der Persionierung

Trotz mehr AHV-Rente und eines höheren Einzahlungsbeitrags in die Säule 3a ist es wichtig, dass man sich frühzeitig auf die Pensionierung vorbereitet. Denn die Finanzierung des Ruhestands hat durchaus ihre Tücken. Den folgenden vier Punkten sollten Sie besondere Beachtung schenken:

Budgetplanung

Mit einer Budgetplanung kann man feststellen, ob die Renten zusammen mit dem Vermögen ausreichen, um die voraussichtlichen Ausgaben zu decken. Dabei werden alle künftige Einnahmen und heutigen Ausgaben einander gegenübergestellt. Werden dabei Einkommenslücken
sichtbar, sollte man sofort damit beginnen, das fehlende Vermögen anzusparen, beispielsweise mit zusätzlichen Einkäufen in die Pensionskasse.

Allerdings: Wer nächstes Jahr pensiöniert wird, sollte nur freiwilig, die Pensionskasse einzahlen wenn er sein Guthaben als Rente bezieht. Wer sich sein Guthaben oder einen Teil davon als Kapital auszahlen lassen möchte, sollte sich spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einkaufen. Ansonsten müssen die Steuern, die mit dem Einkauf gespart wurden, nachgezahlt werden.

Rente oder Kapital

Wer pensioniert wird, steht vor der Wahl; sich das Pensionskassenkapital auszahlen zu lassen oder eine lebenslange Rente zu beziehen. Mit einer Rente ist das Einkommen lebenslang gesichert. Sie hat auch den Vorteil, dass man sich nicht um die Anlage des Geldes kümmern muss. Allerdings muss sie vollumfänglich als Einkommen versteuert werden. Demgegenüber wird der Kapitalbezug zu einem reduzierten Steuersatz versteuert. Zudem können mit dem Bezug des Kapitals die Hinterbliebenen finanziell oftmals besser abgesichert werden. Je nach Pensionskasse muss der Kapitalbezug bis zu drei Jahre im Voraus angemeldet werden.

Für jene, die sich nicht zwischen Rente oder Kapital entscheiden können, lohnt sich möglicherweise der sogenannte Mischbezug. Dabei wird ein Teil des Guthabens als Kapital und der Rest als Rente bezogen.Rechtzeitig anmelden Im Gegensatz zur landläufigen Meinung wird die AHV-Rente nicht automatisch ausbezahlt, wenn Männer mit 65 und Frauen mit 64 Jahren das ordentliche Rentenalter erreicht haben. Der Bezug der AHV-Rente muss angemeldet werden. Die Anmeldung sollte drei bis sechs Monate vor der Pensionierung bei der zuständigen Ausgleichskasse erfolgen, damit die erste Rente pünktlich ausbezahlt wird.

Steuern sparen

Damit man das Angesparte nicht unnötig für Steuerrechnungen aufbrauchen muss, sollte man sich überlegen, das Vorsorgeguthaben allenfalls gestaffelt zu beziehen. Abklären sollte man zudem, ob man beim Austritt aus einer Pensionskasse einen Teil seines Altersguthabens auf zwei Freizügigkeitskonten transferieren kann. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man sich selbstständig macht oder die Erwerbstätigkeit vorübergehend aufgibt. Die beiden Freizügigkeitskonten kann man schliesslich gestaffelt in verschiedenen Jahren auflösen.

Im Hinblick auf die Pensionierung müssen viele Entscheide von erheblicher Tragweite getroffen werden. Deshalb lohnt es sich, den Ruhestand frühzeitig zu planen. Dadurch kann eine sorgenfreie Existenz im Alter sichergestellt werden.

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