Tipps zu deinem Testament

Display, 1.12.2017

Jonas Schneider, Leiter LGBT Clients beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Auch ein gut gemeintes Testament führt manchmal zu Streit unter den Erben, wenn es nicht klar genug formuliert ist. Wer bekommt wieviel Geld, wer übernimmt das Haus? Auf folgende Punkte solltest du achten.

Die meisten Schweizer hinterlassen kein Testament. Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge, und deine Liebsten gehen unter Umständen leer aus. Das ist im Konkubinat und in vielen Patchwork-Familien der Fall. Sogar in der eingetragenen Partnerschaft ist dein Partner nicht automatisch Alleinerbe. Das Gesetz schreibt vor, wer erbberechtigt ist und wer wieviel erhält. Diese Erbfolge kann man im Testament abändern. Ganz freie Hand hast du aber nicht: Bestimmte Erbberechtigte haben Anspruch auf einen Mindestanteil, den sogenannten
Pflichtteil. Pflichtteilgeschützt sind dein eingetragener Partner, deine Eltern und deine Kinder. Geschwister sind entgegen weit verbreiteter Meinung nicht pflichtteilgeschützt.

Du möchtest dein Testament machen?

Diese Tipps helfen dir weiter:

  • Handgeschrieben: Dein Testament muss von A bis Z von Hand geschrieben, datiert und unterschrieben sein. Ein unterschriebener Computerausdruck reicht nicht. Wenn du es nicht von Hand schreiben kannst oder willst, musst du den kleinen Umweg über das Notariat gehen.
  • Erst- und Nachversterben: Triff eine klare Regelung, für den Fall, dass du vor deinem Partner verstirbst. Und regle auch, was mit eurem Vermögen passieren soll, wenn ihr beide einmal nicht mehr da seid.
  • Ersatzerben: Für jeden Erben kannst du auch einen Ersatzerben bestimmen für den Fall, dass der Erbe vor dir stirbt.
  • Erbe vs. Vermächtnis: Man muss klar zwischen Erbe und Legat (Vermächtnis) unterscheiden. Wer ein Legat erhält, hat weniger Rechte und Pflichten als ein Erbe. Oft werden so Geldbeträge gespendet, manchmal auch Wertgegenstände.
  • Teilungsvorschriften: Du kannst festhalten, wer was bekommen soll. Dies ist bei emotional bedeutsamen Gegenständen sinnvoll, die du einer bestimmten Person zuteilen möchtest.
  • Willensvollstrecker: Setze einen Willensvollstrecker ein. Er sorgt dafür, dass dein Nachlass optimal verwaltet und so geteilt wird, wie du es dir wünschst. Hierfür eignet sich ein spezialisiertes Büro besser als eine Privatperson.
  • Aufbewahren: Hinterlege dein Testament bei der zuständigen Amtsstelle des Kantons. Diese wird bei einem Todesfall automatisch informiert. So gehst du sicher, dass dein Testament auch wirklich gefunden wird und nicht in falsche Hände gerät.

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