Leere Versprechen

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Der Schweizerische Hauseigentümer, 15.2.2017

Peter Bannwart, Leiter HEV Hypothek Hypotheken Zentrum AG

Die Pensionskassen müssen ihre Leistungen kürzen. Umso wichtiger ist es, dass Versicherte sich selbst um ihre Vorsorge kümmern.

Die Renten müssen gekürzt werden. An dieser Tatsache führt kein Weg vorbei. Die tiefen Zinsen machen es Pensionskassen praktisch unmöglich, mit wenig Risiko eine ausreichende Rendite zu erzielen, um die Rentenversprechen zu erfüllen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bevölkerung immer älter wird. Umso wichtiger ist es, dass Versicherte das Heft selber in die Hand nehmen. Die folgenden Massnahmen helfen, Rentenkürzungen auszugleichen.

Über das AHV-Alter hinaus arbeiten

Mit jedem Jahr, das man länger arbeitet, steigen die Renten. Ein Mann, der die AHV-Rente um ein Jahr aufschiebt, erhält eine 5,2 Prozent höhere AHV-Rente, als wenn er sie mit 65 Jahren bezieht. Würde er sich erst mit 70 pensionieren lassen, erhöhte er seine Rente sogar um 31,5 Prozent. Hinzu kommt: Wenn man erwerbstätig bleibt und den Bezug der AHV aufschiebt, läuft man nicht Gefahr, dass das Einkommen in eine höhere Steuerprogression fällt.

Wie die AHV-Rente kann man in der Regel auch die Rente der Pensionskasse und den Bezug von Guthaben der Säule 3a um bis zu fünf Jahre aufschieben, wenn man länger erwerbstätig bleibt.

Freiwillig in die zweite Säule einzahlen

Pensionskassen bieten die Möglichkeit, das Altersguthaben mit zusätzlichen Beiträgen aufzustocken. Die obligatorischen Altersguthaben werden mit mindestens einem Prozent verzinst. Die Einkaufsbeträge können wie die Einzahlungen in die Säule 3a vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Die Steuerersparnis ist umso grösser, je höher das steuerbare Einkommen ist und je schneller das Geld wieder bezogen wird. Die höchste Rendite erzielt man deshalb mit einem Einkauf in den letzten Jahren vor der Pensionierung.

Allerdings: Wer sich sein Altersguthaben auszahlen lassen möchte, darf drei Jahre vor der Pensionierung keine Einkäufe mehr tätigen.

Eine dritte Säule aufbauen

Wer ab 40 jedes Jahr den Maximalbetrag in die Säule 3a einbezahlt, spart bis 65 ein Vermögen von 217‘000 Franken an (bei einer Rendite von jährlich 2 Prozent). Die Beiträge, die man in die Säule 3a einbezahlt, darf man vom steuerbaren Einkommen abziehen. Die Steuerersparnis ist ein zusätzlicher Beitrag zum Vermögensaufbau.

Hohe Steuern vermeiden

Eine schrittweise Pensionierung erleichtert nicht nur den Übergang in die neue Lebensphase. Sie hilft auch, Steuern zu sparen. Wer zum Beispiel sein Arbeitspensum mit 63 Jahren von 100 auf 70 Prozent reduziert, kann sich bei vielen Pensionskassen dann schon 30 Prozent seines Altersguthabens auszahlen lassen und den Rest beziehen, wenn er seine Berufstätigkeit endgültig aufgibt. Die Aufteilung der Bezüge über mehrere Jahre führt meistens dazu, dass die Steuerprogression gebrochen wird und die gesamte Steuerbelastung tiefer ausfällt.

Steuerbehörden akzeptieren in der Regel eine Aufteilung der Bezüge des Altersguthabens in zwei Tranchen, ohne eine Steuerumgehung zu unterstellen. Wer über das ordentliche AHV-Alter hinaus erwerbstätig ist, darf auch weiter in die Säule 3a einzahlen. Die Beiträge sind auf 6‘768 Franken pro Jahr beschränkt, falls gleichzeitig Beiträge in die Pensionskasse gezahlt werden. Wer keine Beiträge mehr in die Pensionskasse zahlt, darf bis zu 20 Prozent des Jahreseinkommens in die Säule 3a einzahlen, maximal 33‘840 Franken.

Gebühren laufend vergleichen

Immer mehr Banken verlangen sowohl für die Führung von Konten und Depots als auch für die Anlageberatung happige Gebühren. Dazu kommen in der Regel noch unnötig hohe Prämien für Versicherungen. Hohe Gebühren und Prämien fressen das Angesparte auf. Deshalb ist es wichtig, Finanzdienstleistungen zu vergleichen. Wer zum Beispiel mit 50 jedes Jahr 1‘000 Franken an Gebühren spart, verfügt mit 65 über ein zusätzliches Vermögen von 17‘300 Franken (bei einer jährlichen Rendite von 2 Prozent).