Jetzt noch Steuern sparen

Der Schweizerische Hauseigentümer HEV, 1.12.2017

Von Karl Flubacher, Geschäftsleiter Region Nordwestschweiz beim VZ VermögensZentrum

Einzahlungen in die dritte Säule und Einkäufe in die Pensionskasse sind für Erwerbstätige die mit Abstand wirkungsvollsten Massnahmen, um die Steuerbelastung zu senken. So lassen sich die einbezahlten Beträge vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Ein Beispiel: Ein Ehepaar aus Bern mit einem steuerbaren Einkommen von 120'000 Franken kann seine nächste Steuerrechnung um rund 5'870 Franken senken, wenn es bis Ende Jahr insgesamt 20'000 Franken in die Pensionskasse und Säule 3a einzahlt. In Basel-Stadt beträgt die Steuerersparnis in diesem Beispiel rund 5'670 Franken, in Luzern 4'770 Franken und in Zürich 4'720 Franken (siehe Tabelle unten).

So viel kann man einzahlen

Die Beträge in die Säule 3a sind aktuell auf 6'768 Franken pro Jahr beschränkt, falls gleichzeitig Beträge in die Pensionskasse gezahlt werden. Wer keine Pensionskassenbeiträge mehr zahlt, darf bis zu 20 Prozent des jährlichen Nettoeinkommens in die Säule 3a einzahlen, maximal 33'840 Franken.

Wie viel man freiwillig in die Pensionskasse einzahlen kann, sieht man auf dem persönlichen Vorsorgeausweis. Dort wird in der Regel das Einkaufspotenzial aufgeführt. Der Einkaufsbetrag darf vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Zudem müssen Zinserträge auf dem einbezahlten Kapital nicht als steuerbares Einkommen und das Pensionskassenguthaben nicht als Vermögen versteuert werden.

Allerdings: Wer vor dem Einkauf Geld aus der Pensionskasse genommen hat, um beispielsweise ein Haus zu kaufen, kann den zusätzlich einbezahlten Betrag in der Regel nur von den Steuern abziehen, wenn der früher gemachte Vorbezug wieder vollständig einbezahlt wurde. Vor dem Einkauf in die Pensionskasse sollte man abklären, was nach dem Tod mit dem einbezahlten Geld geschieht.

Manche Pensionskassen finanzieren mit den normalen Beiträ-gen und den freiwilligen Einkäufen nur die Hinterbliebenenrente, die dem überlebenden Partner ohnehin zusteht. Will heissen: Bei diesen Pensionskassen erhöhen die freiwilligen Einkäufe die Rente für die Hinterbliebenen nicht. Hinterlässt man niemanden, der von Hinterbliebenenleistungen profitiert, verfällt das Altersguthaben nach dem Tod unter Umständen zugunsten der Pensionskasse - auch die freiwillig einbezahlten Beiträge.

Zuerst in die Säule 3a, dann in die PK einzahlen

Bevor man zusätzliche Beiträge in die Pensionskasse leistet, sollte man den Maximalbetrag in die Säule 3a einzahlen. Grund: Verpasste Einzahlungen können in der Säule 3a nicht nachgeholt werden. Es entsteht eine Lücke.

Demgegenüber lassen sich freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse aufschieben. Sie sind vor allem in den Jahren vor der Pensionierung am rentabelsten. Wichtig: Wer sein Altersguthaben oder einen Teil davon bei der Pensionierung als Kapital beziehen möchte, muss sich spätestens drei Jahre vorher einkaufen. Sonst werden die Steuern fällig, die man durch den Einkauf gespart hat. Für den Rentenbezug gelten in der Regel keine Fristen.

Wer trifft die Anlageentscheidung?

Bei der Säule 3a kann man selber entscheiden, wie das Guthaben angelegt werden soll. Praktisch alle Banken bieten neben einem Zinskonto auch eine Wertschriftenlösung an, bei der bis zu 50 Prozent des Guthabens in Aktien investiert werden können.

Unter gewissen Bedingungen können diese noch erweitert werden, wodurch ein höherer Aktienanteil möglich wird. Höhere Aktienquoten sind vor allem für jüngere und Vorsorgesparer mit einer höheren Risikotoleranz interessant. Innerhalb der Pensionskasse können Versicherte die Anlagestrategie nur sehr selten beeinflussen.

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