Häufige Fehler beim Unternehmensverkauf

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Basler Zeitung, 20.7.2017

Daniel Saladin, Vorsorge-Spezialist beim VZ VermögensZentrum in Basel

Es ist der Wunsch vieler Firmeninhaber: Ihre Nachkommen sollen einst ihr Lebenswerk übernehmen. Allzu oft geht dieser Traum aber nicht in Erfüllung und das Unternehmen wird an Dritte verkauft. Grund sind nicht etwa unfähige Töchter und Söhne, sondern die zu spät angepackte Nachfolgeregelung.

Für einen reibungslosen Übergang braucht es oft zehn bis 15 Jahre Vorbereitungszeit. Unternehmer sollten sich deshalb spätestens mit 50 mit der Nachfolgeplanung auseinandersetzen. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Sicherstellung des Einkommens nach der unternehmerischen Tätigkeit. Viele Inhaber vergessen, dass ein grosser Teil des Vermögens in ihrem eigenen Unternehmen steckt und ihr privates Vermögen deshalb in der Regel eher klein ist.

Für Inhaber ist es deshalb wichtig, rechtzeitig einen Finanzplan zu erstellen. Dieser zeigt auf, wie sich ihre Einnahmen, Ausgaben und ihr Vermögen im Ruhestand entwickeln. Zudem wird damit ersichtlich, wie hoch der Verkaufserlös oder die Dividendenbezüge sein müssen, damit der Inhaber finanziell abgesichert ist.

Optimierung der Steuern

Nach Erstellung des Finanzplanes sollten Unternehmer spätestens fünf Jahre vor der geplanten Übergabe die Optimierung der Steuern in Angriff nehmen. In manchen Fällen kann es sich lohnen, eine Personengesellschaft, wie eine Einzel-, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft, in eine Kapitalgesellschaft umzuwandeln. So ist der Verkauf einer AG oder GmbH im Normalfall steuerbefreit. Ebenfalls lohnt sich die Prüfung des Verhältnisses von Lohn und Dividende.

Zum selben Zeitpunkt sollten Unternehmer auch damit beginnen, jenes Vermögen, welches für den Betrieb nicht notwendig ist, steueroptimal ins Privatvermögen zu überführen. Unnötige Liquidität und betriebsfremde Immobilien blähen die Bilanz auf und erschweren den Verkauf erheblich. Überschüssige Liquidität können Firmeninhaber beispielsweise dazu nutzen, um Einkäufe in die Pensionskasse zu tätigen. Diese können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

Wer bisher aus steuerlichen Gründen möglichst wenig Gewinn ausgewiesen hat, sollte diese Strategie nun überdenken. So kann später der tatsächliche Wert der Firma einfacher festgestellt werden. Zudem sollten Firmen auch eine interne Jahresrechnung führen, die potenziellen Nachfolgern die tatsächliche wirtschaftliche Leistung des Unternehmens aufzeigt. Für die Bewertung der eigenen Firma ist es sinnvoll, eine Fachperson beizuziehen. Diese wickelt in der Regel auch den Verkauf ab.

Wer sein Unternehmen verkauft, möchte oft nicht nur einen guten Verkaufspreis erzielen, sondern sein Lebenswerk auch in guten Händen wissen. Die Wahl des passenden Käufers ist deshalb entscheidend und sollte gut drei bis fünf Jahre vor Übergabe angegangen werden. Sehr oft scheitert eine Nachfolgeregelung aber auch daran, dass es dem Inhaber schwerfällt, sich aus Angst vor einem Identitäts- und Statusverlust oder aus Sorge um die Mitarbeitenden von der Firma zu trennen. Schon vor dem Austritt sollten Unternehmer deshalb Perspektiven für ihre Zukunft entwickeln und auch Freiräume dafür schaffen.