Ein turbulentes Jahr

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Basler Zeitung, 5.1.2017

Karl Flubacher, Geschäftsleiter Region Basel beim VZ VermögensZentrum

2016 war das Jahr der politischen Überraschungen: Im Sommer haben die Briten für einen Ausstieg aus der EU gestimmt.

Im Herbst gewann Donald Trump die US-Präsidentschaftswahlen und kurze Zeit später scheiterte das italienische Verfassungsreferendum, woraufhin Ministerpräsident Matten Renzi seinen Rücktritt bekannt gab.

2017 dürfte ähnlich turbulent werden. Auch in diesem Jahr werden Politik und die Notenbanken die Börsen auf Trab halten. Vor allem in Europa müssen sich Anleger auf eine stärkere Polarisierung einstellen. So stehen in Frankreich, den Niederlanden und in Deutschland Wahlen an. Gleichzeitig starten Anfang Jahr die Verhandlungen zum Ausstieg Grossbritanniens aus der Europäischen Union. 

Wirtschaftlicher Aufschwung 

Unberührt von den vielen politischen Schlagzeilen zeigt sich die Wirtschaft vieler Länder. Insbesondere in den USA sind, nicht zuletzt durch Trumps angekündigte Steuersenkungen und Investitionsausgaben, kräftige Wachstumsimpulse zu spüren. Dank einem idealen Wirtschaftsumfeld mit tiefen Zinsen und einem sehr soliden Arbeitsmarkt dürften amerikanische Unternehmen in den kommenden Quartalen mit gesundem Gewinnwachstum aufwarten.

Neben den USA beginnt sich auch in Europa das Wirtschaftsbild zu verbessern. Jüngste Konjunkturdaten zeigen, dass die Inflation in der Eurozone auf das höchste Niveau seit Sommer 2014 gestiegen ist. Die positiven Signale beeinflussen auch die Wirtschaft in der Schweiz. Das Staatssekretariat für Wirtschaft prognostiziert für 2017 ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent.

Angesichts der wieder anziehenden Konjunktur kann es sich lohnen, weiterhin in Aktien zu investieren. Dazu eigenen sich regelbasierte Anlagestrategien, wie Rebalancing, gleitende Durchschnitte oder die relative Stärke. Beim Rebalancing (Wiedereinpendeln) werden Anlageklassen mit Kursgewinnen verkauft und Anlageklassen mit Kursverlust aufgestockt. So steigen Anleger bei tieferen Kursen ein und verkaufen zu höheren. Regelbasiertes Rebalancing lohnt sich nur bei niedrigen Gebühren, denn teure Transaktionen würden die Rendite auffressen.

Auch gleitende Durchschnitte helfen Anlegern, Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu finden. Sie lösen ein Kaufsignal aus, wenn eine Anlageklasse von einem negativen in einen positiven Trend wechselt. Solange der Trend positiv bleibt, ist die Anlageklasse investiert. Wenn er dreht, wird sie verkauft.

Währenddessen vergleicht die relative Stärke das Momentum von verschiedenen Anlageklassen. Anlageklassen mit einem attraktiven Risiko-/Renditeprofil werden übergewichtet, weniger attraktive Anlageklassen werden untergewichtet. Speziell interessant ist eine Kombination mehrere regelbasierter Anlagestrategien. Sie reduziert das Verlustrisiko in einer Krise und schafft Renditepotenzial in einer Phase steigender Kurse. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Regeln konsequent eingehalten werden.