Ehepartner gut absichern

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Basler Zeitung, 19.1.2017

Philipp Burla, Niederlassungsleiter beim VZ VermögensZentrum in Basel

Die anhaltend tiefen Zinsen und die steigende Lebenserwartung zwingen die Pensionskassen (PK), ihre Leistungsversprechen zu kürzen. Dabei senken sie nicht nur den Umwandlungssatz oder die Verzinsung, sondern teilweise auch die Rente für die Hinterbliebenen.

So hat unter anderem die PK der Swisscom angekündigt, die Witwen und Witwerrente von aktuell 67 auf das gesetzliche Minimum von 60 Prozent zu senken. Ein Beispiel: Die PK senkt den Umwandlungssatz von 5,8 auf 5 Prozent. Ein Rentner mit einem angesparten Altersguthaben von 700‘000 Franken erhält also noch 35‘000 Franken Rente im Jahr statt wie bisher 40‘600 Franken. Und weil die Witwenrente gesenkt wird, erhält seine Frau im Todesfall nur noch 21‘000 Franken Rente im Jahr, sprich 6‘070 Franken weniger als bisher.

Umso wichtiger ist es, dass sich Ehepartner frühzeitig gegenseitig absichern - insbesondere dann, wenn das Ehepaar ein Haus besitzt. Erhält der überlebende Ehepartner nämlich nur das, was ihm nach dem Gesetz zusteht, muss er unter Umständen das gemeinsame Eigenheim verkaufen, um seine fixen Ausgaben zu senken oder um die übrigen Erben auszahlen zu können.

Bei der Errungenschaftsbeteiligung zum Beispiel wird das eheliche Vermögen in Eigengut und Errungenschaft aufgeteilt. Zum Eigengut gehört alles, was ein Partner mit in die Ehe bringt, sowie Geschenke und Erbschaften, die er während der Ehe erhält. Dem gegenüber umfasst die Errungenschaft alles, was die Ehepartner ab dem Zeitpunkt der Eheschliessung erarbeiten - also auch das, was sie mit ihrem Lohn kaufen oder sparen. Stirbt ein Partner, gehört die Hälfte des Errungenschaftsvermögens dem überlebenden Ehegatten.

Freiwilliger Verzicht der Kinder

Die andere Hälfte und das Eigengut des Verstorbenen fallen in den Nachlass. Davon steht dem überlebenden Ehegatten und den Nachkommen des Verstorbenen gemäss gesetzlicher Erbfolge je die Hälfte zu. Hinterlässt der Verstorbene keine Nachkommen, erhält der Ehepartner mindestens drei Viertel des Nachlassvermögens.

Um sicherzustellen, dass der überlebende Ehepartner nicht in finanzielle Nöte gerät, haben Ehepaare mit Errungenschaftsbeteiligung mehrere Möglichkeiten, sich gegenseitig abzusichern. In einem Ehevertrag können sie zum Beispiel festlegen, dass der überlebende Partner die gesamte Errungenschaft erhält und nur das Eigengut des verstorbenen Partners unter den Erbenden aufgeteilt wird. Alternativ kann man dem überlebenden Ehepartner die lebenslange Nutzniessung des gesamten Nachlasses zusprechen. Im Gegenzug steht dem Ehepartner nur noch ein Viertel statt wie gesetzlich vorgesehen die Hälfte als Eigentum zu. Den Anteil der Kinder (drei Viertel) darf er jedoch verwalten und Erträge daraus (zum Beispiel Zinsen, Mieteinnahmen, Dividenden) für sich behalten.

Eine weitere Möglichkeit stellt der freiwillige Verzicht der Kinder auf ihr Erbe dar, bis auch der überlebende Ehepartner gestorben ist. Einen Erbverzicht muss man immer in einem öffentlich beurkundeten Erbvertrag festhalten.