10 Jahre eingetragene Partnerschaft

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Display, 1.1.2017

Jonas Schneider, Leiter LGBT Clients beim VZ VermögensZentrum in Zürich

In vielen Bereichen ist die eingetragene Partnerschaft der Ehe gleichgestellt. Da Schwule und Lesben aber nicht in klassischen Familienkonstellationen leben, stösst das Vorsorge- und Nachlasssystem an seine Grenzen.

Seit dem 1. Januar 2007 können sich gleichgeschlechtliche Paare auf dem Zivilstandsamt eintragen lassen. Bis heute haben 17'500 Personen von der Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die meisten Eintragungen verzeichnet, wenig überraschend, der Kanton Zürich.

Die Dichte von eingetragenen Paaren im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung ist in den Kantonen Zürich, Basel-Stadt und Genf am höchsten. Die Eintragung der Partnerschaft ist ein idealer Weg, wie sich gleichgeschlechtliche Paare gegenseitig absichern können.

Der wichtigste Vorteil der eingetragenen Partnerschaft ist die Besserstellung des Partners bei der Erbfolge. Eingetragene Paare erhalten auch ohne Testament oder Erbvertrag mindestens die Hälfte des Nachlassvermögens des verstorbenen Partners. Hinterlässt der Verstorbene keine Kinder, stehen seinem Partner drei Viertel des Nachlasses zu. Ein Viertel geht aber an die Eltern beziehungsweise an die Geschwister, falls beide Eltern bereits tot sind.

Dafür hat die Eintragung häufig negative Auswirkungen auf die Steuerbelastung und die künftige AHV. Heute erhalten eingetragene Paare bei der Pensionierung höchstens 150 Prozent der maximalen AHV-Rente für Alleinstehende. Will heissen: Beide Partner erhalten zusammen höchstens 3‘525 Franken. Paare im Konkubinat kommen hingegen auf bis zu 4‘700 Franken im Monat.

Dies zeigt: Die Eintragung der Partnerschaft hat einen grossen Einfluss auf die finanzielle Situation.

Das VZ hat Merkblätter erarbeitet, die auf die spezifischen Bedürfnisse von gleichgeschlechtlichen Paaren eingehen. Diese Merkblätter kannst du gratis unter vzch.com/LGBT bestellen.