Wie hoch ist meine AHV-Rente?

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Basler Zeitung, 22.12.2016

Daniel Saladin, Vorsorgespezialist beim VZ Vermögenszentrum in Basel

Betrachtungen zu einem wichtigen Teil der Altersvorsorge

Die AHV ist das älteste und umfassendste Sozialwerk der Schweiz. Das Ziel der AHV ist es, die Existenz im Alter zu sichern. Die minimale Einzelrente beträgt derzeit 1‘175 Franken pro Monat, die maximale Einzelrente beträgt 2‘350 Franken. Letztere erhalten Personen mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen (inklusive Kinder und Betreuungsgutschriften) von mindestens 84‘600 Franken.

Wie hoch die eigene Rente dereinst sein wird, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: der Anzahl Beitragsjahre, dem durchschnittlichen Jahreseinkommen zwischen dem 21. und 65. Lebensjahr (für Frauen bis zum 64. Lebensjahr) und von Gutschriften für die Kindererziehung oder die Pflege naher Verwandter.

Für jedes fehlende Beitragsjahr ab dem 21. Lebensjahr wird die Rente anteilsmässig gekürzt. Lücken entstehen zum Beispiel dann, wenn jemand nicht immer erwerbstätig war oder wenn man während des Studiums vergessen hat, den Mindestbetrag von 478 Franken im Jahr einzuzahlen. Beiträge können innerhalb von fünf Jahren nachbezahlt werden. Wer nicht weiss, wieviel AHV-Rente er dereinst erhalten wird, kann bei der kantonalen Ausgleichskasse einen Antrag für eine Vorausberechnung einreichen. Für Personen ab 40 Jahren ist die Vorausberechnung der Altersrente in der Regel gratis.

Bezug muss angemeldet werden

Im Gegensatz zur Pensionskassenrente kommt jene der AHV nicht automatisch. Der Bezug der Rente muss bei der Ausgleichskasse persönlich angemeldet werden – am besten drei bis sechs Monate vor der Pensionierung.

Vorzeitig kann die AHV-Rente ein oder zwei ganze Jahre vor der ordentlichen Pensionierung bezogen werden. Dies führt allerdings zu einer lebenslänglichen Rentenkürzung von 13,6 Prozent. Zudem müssen Frühpensionierte bis zum ordentlichen Rentenalter weiterhin AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige zahlen. Die Höhe der Beiträge hängt vom Vermögen und Renteneinkommen ab. Sie betragen mindestens 478 Franken und höchstens 23‘900 Franken pro Person und Jahr.

Wer über das ordentliche Rentenalter arbeiten will, kann die AHV um bis zu fünf Jahre aufschieben. Die Rente erhöht sich dadurch lebenslang, je nach Dauer des Aufschubs um bis zu 31,5 Prozent.

Gleichzeitig vermeidet man mit dem Aufschub hohe Einkommenssteuern. Arbeitet eine Person beispielsweise bis Alter 70 und bezieht den bisherigen Lohn, würde der Bezug der AHV zu deutlich höheren Steuern führen. Schnell einmal liefert man so 25 bis 40 Prozent der Rente direkt dem Fiskus ab.

Den Rentenaufschub muss man spätestens ein Jahr nach dem Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalter - 65 Jahren für Männer beziehungsweise 64 Jahren für Frauen - bei der AHV-Ausgleichskasse anmelden. Den Entscheid für oder gegen einen Aufschub sollte man jedoch nicht allein von der steuerlichen Situation abhängig machen. Entscheidend ist auch die Einschätzung der persönlichen Lebenserwartung. Ohne Steuereffekte muss man mindestens etwa 85 Jahre alt werden, bis sich der Aufschub lohnt. Erst ab diesem Alter ist die Summe aller erhaltenen Renten höher als bei einem regulären Bezug.