Vieles spricht für Aktien

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Basler Zeitung, 24.03.2016

Von Philipp Burla, Anlageexperte beim VZ VermögensZentrum in Basel

Dividenden als Alternative zu Obligationen

Alljährlich beginnt in der Schweiz mit dem Frühling die Dividendensaison. Gerade in unsicheren Zeiten bieten dividendenstarke Aktien eine sinnvolle Anlage-Alternative. Denn mit sicheren Obligationen verdienen Anleger heute kaum mehr Geld. Die Renditen für zehnjährige Bundesobligationen sind seit Längerem sogar negativ. Und aufgrund der expansiven Geldpolitik der grossen Notenbanken ist die Aussicht auf eine baldige Besserung gering. Verglichen mit dem Ausland bietet gerade der Schweizer Aktienmarkt eine hohe Dividendenrendite. Sie setzt die Dividende, die ein Unternehmen in einem Jahr ausschüttet, ins Verhältnis zum Aktienkurs. Für das Geschäftsjahr 2015 schütten die Unternehmen, die im Schweizer Leitindex SMI zusammengefasst sind, voraussichtlich durchschnittlich 3,7 Prozent ihres aktuellen Börsenwertes als Dividende aus.

Über fünf Prozent

Mitte März lag die erwartete Dividendenrendite etwa bei Zurich, UBS und Swiss Re bei über fünf Prozent. Zum Vergleich: Die Rendite einer zehnjährigen Bundesobligation betrug zum selben Zeitpunkt minus 0,38 Prozent. In Folge der Unternehmenssteuerreform II dürfen Schweizer Unternehmen seit dem 1. Januar 2011 ihre Dividenden zudem aus den über die Jahre angehäuften Kapitalreserven zahlen, frei von jeglicher Verrechnungs- und Einkommenssteuer. Für das Geschäftsjahr 2015 machen Zurich, UBS, CS, LafargeHolcim oder Adecco davon Gebrauch. Ihre ausgeschüttete Dividende ist für Privatanleger steuerbefreit.

Neben einer hohen Ausschüttung zeichnen sich Schweizer Dividendentitel auch durch hohe Qualität und Stabilität aus. Grund: Viele der Unternehmen haben seit der Finanz- und Wirtschaftskrise in 2008 diverse Sparmassnahmen und Effizienzprogramme vollzogen und weisen heute solide Bilanzen mit einer tiefen Verschuldung auf. Entsprechend hält sich das Risiko einer Dividendenkürzung in Grenzen. Zudem gehen Anleger bei Investitionen in Schweizer Dividendenaktien kein Währungsrisiko ein.

Eine hohe Dividendenrendite ist aber nicht immer ein positives Signal, wie etwa der Finanzsektor zeigt. Einige Finanzaktien weisen nur deshalb eine überdurchschnittliche Dividendenrendite aus, weil die Kurse dieser Titel in der Vergangenheit stark gesunken sind. So gilt: Je tiefer der Aktienkurs fällt, umso höher steigt die Dividendenrendite. Anleger sollten zudem beachten, dass in der Vergangenheit ausbezahlte Dividenden keine Garantie für künftige Ausschüttungen sind. Neben der Stabilität des Unternehmens sollten Investoren deshalb immer auch die vergangenen Dividendenausschüttungen in ihre Kaufentscheide miteinbeziehen.

Eine Dividendenstrategie kombiniert man am besten mit weiteren Anlagestrategien. Je breiter Anleger ihr Depot diversifizieren, umso besser sind sie in unterschiedlichen Marktphasen von Kursverlusten geschützt. Ein systematisches Risikomanagement sowie das Festlegen einer Stoploss-Limite sorgen für zusätzliche Stabilität und begrenzen Verluste in Extremsituationen.