Unverheiratete Paare müssen das Heft selber in die Hand nehmen

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Basler Zeitung, 8.12.2016

Von Roman Kunz, Vorsorgespezialist beim VZ VermögensZentrum in Basel und Liestal

Beim Konkubinat gilt es, im Todesfall den Partner abzusichern 

Über den Tod spricht man nicht gerne. Doch was geschieht, wenn einem etwas passiert? Insbesondere unverheiratete Paare sollten sich darüber frühzeitig Gedanken machen. Denn das Gesetz regelt das Konkubinat nicht.

Selbst mit gemeinsamen Kindern gibt es für Konkubinatspartner keinen gesetzlichen Erbanspruch. Soll der Konkubinatspartner im Todesfall etwas erben, muss man selber mit einem Testament oder Erbvertrag vorsorgen. Sind allerdings Kinder vorhanden, ist deren gesetzlicher Pflichtteil zu beachten: Dieser beträgt drei Viertel des gesamten Nachlasses, dem Konkubinatspartner kann lediglich ein Viertel vermacht werden. 

Die Bedingungen

Auch keine Unterstützung erwarten dürfen Konkubinatspartner von der AHV. Diese sichert nur Verheiratete und Kinder ab. Währenddessen zahlen viele Pensionskassen dem hinterbliebenen Konkubinatspartner freiwillig eine Rente oder eine einmalige Kapitalabfindung aus. Dazu müssen allerdings eine oder mehrere Bedingungen erfüllt sein: 

  • die Lebenspartnerschaft dauerte zum Zeitpunkt des Todes mindestens fünf Jahre
  • der hinterbliebene Partner wurde vom Verstorbenen finanziell erheblich unterstützt
  • der hinterbliebene Partner sorgt für ein gemeinsames Kind. 

Darüber hinaus verlangen die meisten Pensionskassen, dass die versicherte Person zu Lebzeiten eine schriftliche Begünstigungserklärung zugunsten ihres Lebenspartners eingereicht hat. Eine solche Begünstigungserklärung können Konkubinatspaare bereits auch dann abgeben, wenn heute noch keine der Bedingungen für eine Partnerrente erfüllt sind.

Die Pensionskasse prüft dann nach dem Tod des Versicherten, ob der Lebenspartner Anspruch auf Hinterbliebenenleistungen hat. Um ihren Partner vor den finanziellen Folgen im Todesfall zu schützen, schliessen viele Konkubinatspartner deshalb eine Todesfallrisikoversicherung ab. Gerade wenn ein Paar gemeinsam ein Eigenheim besitzt, ist die finanzielle Absicherung besonders wichtig.

Trotzdem benachteiligt

In Basel-Landschaft muss die Auszahlung der Todesfallleistung neuerdings nicht mehr als Erbschaft, sondern als Kapitalabfindung versteuert werden. Das hat den Vorteil, dass ein wesentlich tieferer Steuersatz zum Tragen kommt.

Hinterlässt zum Beispiel in Liestal eine verstorbene Person ihrem Konkubinatspartner eine Todesfallrisikopolice von 100‘000 Franken, betrug die bisher darauf fällige Steuer 10‘500 Franken (ohne Kirchensteuer). Mit der Anfang 2016 in Kraft getretenen Gesetzesänderung sinkt die Steuerlast nun um über 6‘000 auf 3‘875 Franken (Kapitalauszahlungssteuer).

Trotz dieser Verbesserung: Steuerlich bleiben Konkubinatspaare weiterhin benachteiligt. Ein Beispiel: Hinterlässt ein im Kanton Basel-Landschaft wohnhafter Mann seiner Konkubinatspartnerin 250‘000 Franken Vermögen, muss sie darauf über 36‘000 Franken Steuern zahlen. Hat das Konkubinatsverhältnis weniger als fünf Jahre gedauert, sind es gar 74‘000 Franken, weil dann die Steuerbehörde den Tarif für Nichtverwandte anwendet.