Unfall oder Krankheit: Wer soll im Notfall für mich entscheiden?

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Display, 22.9.2016

In einem Vorsorgeauftrag kannst Du festhalten, wer Dich vertritt und sich um Dein Geld kümmert, falls Du eines Tages nicht mehr selbst entscheiden kannst. Auch eingetragene Partner sollten sich absichern.

Display im Gespräch mit Jonas Schneider, Leiter LGBT Clients beim VZ VermögensZentrum in Zürich.

Ein Unfall, eine schwere Krankheit oder Demenz können dazu führen, dass man nicht mehr urteilsfähig ist. Man ist dann nicht mehr in der Lage, seine Wünsche und Bedürfnisse zu äussern und über wichtige Dinge zu entscheiden, die einen betreffen. In so einem Fall kommt die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) ins Spiel. Sie muss von Gesetzes wegen die Urteilsunfähigkeit der betroffenen Person feststellen und prüfen, ob eine Beistandschaft erforderlich ist. 

Frühzeitig selbst entscheiden

Hat man keine Massnahmen getroffen, bestimmt die KESB einen Beistand, den sie für geeignet hält. Das Abklärungsverfahren kann unter Umständen bis zu einem Jahr dauern. Und der beauftragte Beistand darf viele Entscheide nur in Absprache mit der Behörde treffen.

Doch so lange Du urteils- und handlungsfähig bist, kannst Du selbst entscheiden, wer Dich in einer solchen Situation betreuen soll. Dazu musst Du in einem Vorsorgeauftrag festhalten, wer für Deine finanziellen und persönlichen Angelegenheiten zuständig ist, und wer Deine rechtliche Vertretung übernimmt. Als Vorsorgebeauftragte kommen in erster Linie Personen in Frage, welche Dir nahestehen. Zum Beispiel Dein Lebenspartner, Deine Nachkommen oder andere Angehörige. 

Wichtig für eingetragene Paare

Gerade auch in eingetragener Partnerschaft solltest Du Deinen Handlungsspielraum mit einem Vorsorgeauftrag erweitern. Dem eingetragenen Partner steht zwar schon von Gesetzes wegen ein Vertretungsrecht zu. Es umfasst aber nur Rechtshandlungen zur Deckung des Unterhaltsbedarfs sowie die ordentliche Verwaltung des Einkommens und Vermögens, zum Beispiel die Begleichung der Miete oder von Pflegekosten der betroffenen Person oder kleinere Reparaturen am Haus.

Für weitergehende Rechtshandlungen ist der eingetragene Partner auf die Zustimmung der KESB angewiesen. Zum Beispiel für den Verkauf des Eigenheims, die Aufstockung der Hypothek. Liegt dagegen ein Vorsorgeauftrag vor, kann der eingetragene Partner grundsätzlich alle Entscheidungen selber fällen sowie sämtliche Rechtshandlungen in Vertretung vornehmen. 

Ein Vorsorgeauftrag muss strenge formelle Vorgaben erfüllen. Er wird zum Beispiel wie eine letztwillige Verfügung eigenhändig verfasst, datiert und unterschrieben oder öffentlich beurkundet.

Im VZ VermögensZentrum in Zürich berät dich ein spezialisiertes LGBT-Team zu allen Geld- und Nachlassthemen. Vereinbare jetzt unter 044 207 27 27 oder vzch.com/LGBT einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Gespräch im VZ. Unter vzch.com/display findest Du zudem eine ganze Reihe von Merkblättern für Schwule, die Du kostenlos bestellen kannst.

Direktkontakt zu Jonas Schneider: jonas.schneider@vzch.com.