Steuern sparen

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Basler Zeitung, 21.07.2016

Von Alessandro Miano, Vorsorgespezialist beim VZ VermögensZentrum in Basel

Eine frühzeitige Planung lohnt sich

Viele Erwerbstätige haben eine Vorsorgelücke in ihrer Pensionskasse - meist ohne es zu wissen. Betroffen ist vor allem, wer eine längere Arbeitspause eingelegt hat, etwa um sich weiterzubilden, eine grössere Reise zu unternehmen oder wegen Nachwuchs. Aber auch Erwerbstätige, die Karriere gemacht haben, sind von einer Vorsorgelücke nicht gefeit. Im Gegenteil: Weil für den höheren Lohn keine Nachzahlungen in die Pensionskasse geleistet wurden, entstehen vielfach Lücken von mehreren Zehntausend Franken - Geld, das in der Altersvorsorge fehlt.

Eine Möglichkeit, die Lücken zu schliessen, sind Einkäufe in die Pensionskasse. Der Vorteil: Die Einzahlungen können vollständig vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Am grössten ist die Steuerersparnis je höher das Einkommen ist, und je weniger lang das Geld in der Pensionskasse bleibt. Dasselbe gilt auch für die Säule 3a.

In mehreren Stufen

Nach der Pensionierung kann mittels Bezugsform des Altersguthabens Steuern gespart werden. Denn ob man sich sein Guthaben ganz, teilweise oder als Rente auszahlen lässt, hat einen grossen Einfluss auf die Steuerbelastung nach der Pensionierung.

Der Kapitalbezug ist auf Dauer steuerlich häufig attraktiver - vorausgesetzt, man investiert das Kapital steueroptimiert, sodass nur wenige steuerbare Kapitalerträge anfallen. Die Pensionskassenrente muss man jedes Jahr vollumfänglich als Einkommen versteuern. Für oder gegen die Rente sollte man sich aber nie alleine aus steuerlichen Gründen entscheiden. Genau so wichtig ist die finanzielle Absicherung des Pensionierten und seiner Hinterbliebenen. Denkbar ist auch eine Pensionierung in mehreren Stufen. Wer zum Beispiel mit 63 sein Arbeitspensum von 100 auf 50 Prozent reduziert, kann sich bei vielen Pensionskassen die Hälfte seines Altersguthabens bereits auszahlen lassen. In jedem Fall sinkt die Steuerlast, weil sich mit einer Verteilung der Bezüge über mehrere Jahre die Steuerprogression brechen lässt. Eine Zweiteilung von Pensionskassenbezügen wird von den Steuerbehörden in der Regel akzeptiert.

Säule-3a-Guthaben darf man bis zu fünf Jahre vor dem regulären AHV-Alter auszahlen lassen. Das Gleiche gilt für Guthaben auf Freizügigkeitskonten oder -policen. Bei den meisten Freizügigkeitsstiftungen kann man sich das Guthaben auch erst nach Erreichen des AHV-Alters auszahlen lassen. Männer dürfen den Bezug dann höchstens bis 70 aufschieben, Frauen bis 69.

Wer über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus erwerbstätig bleibt, darf auch weiter in die Säule 3a einzahlen. Die Beträge sind auf 6768 Franken pro Jahr beschränkt, falls gleichzeitig Beträge in die Pensionskasse gezahlt werden. Wer keine Pensionskassenbeiträge mehr zahlt, darf bis zu 20 Prozent des jährlichen Nettoeinkommens in die Säule 3a einzahlen, bis maximal 33'840 Franken.

Ein möglichst später Bezug ist aus steuerlicher Sicht oft sinnvoll: Die Zins und Dividendenerträge auf einem Freizügigkeitskonto und 3a-Konto müssen nicht als Einkommen versteuert werden, das Guthaben nicht als Vermögen.