Selbstständig - wie man fürs Alter vorsorgen kann

Der Schweizerische Hauseigentümer, 15.2.2016

Von Romina Mutter, Leiterin Vorsorgeberatung beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Vorsorgefür Selbstständigerwerbende - je höher der Lohn, desto attraktiver ist eine PK-Lösung im Vergleich zu einer reinen 3a-Lösung.

Als selbstständig gelten Personen, die Inhaber von Einzelfirmen, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaften sind. Im Gegensatz zu Mitarbeitern im Angestelltenverhältnis können Selbstständige vielfach wählen, ob sie mit oder ohne Pensionskasse für ihr Alter vorsorgen wollen. Allerdings: Oftmals überwiegen die Vorteile einer PK-Lösung.

Einzahlungen in Säule 3a

Selbstständige, die sich keiner Pensionskasse anschliessen wollen, können jedes Jahr bis zu 20 Prozent ihres Nettoeinkommens in die Säule 3a einzahlen, jedoch maximal 33'840 Franken pro Jahr. Für jene, die sich beispielsweise der Pensionskasse ihrer Angestellten, jener ihres Berufsverbandes oder der BVG-Auffangeinrichtung anschliessen, fällt der Betrag deutlich kleiner aus. Sie dürfen maximal 6'768 Franken pro Jahr in die Säule 3a einzahlen. Trotz des minderen Betrages: Die Vorteile einer PK-Lösung überwiegen - insbesondere je höher das steuerbare Einkommen ist. Denn laut Gesetz dürfen Versicherte Sparbeiträge Von bis zu rund 25 Prozent des AHV-Jähreslohns von den Steuern abziehen.

Beispiel

Ein Beispiel: Ein Selbstständiger verdient 200‘000 Franken pro Jahr. Hat er sich keiner Pensionskasse angeschlossen, kann er maximal 33‘840 Franken in die Säule 3a einzahlen. Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent spart er damit 10‘152 Franken Steuern. Verfügt der gleiche Selbstständige über eine PK-Lösung, kann er bis zu 50‘000 Franken Sparbeiträge in die Pensionskasse und zusätzlich bis zu 6‘768 Franken in die Säule 3a einzahlen. In diesem Fall spart der Selbstständige 6'878 Franken mehr Steuern als bei einer Vorsorgelösung ohne Pensionskasse.

Vorteile der Pensionskassenlösung

Noch stärker kann die Steuerbelastung mit gezielten freiwilligen Einkäufen in die Pensionskasse gesenkt werden. Zudem bietet eine PK-Lösung die Möglichkeit, Firmenvermögen im Hinblick auf einen späteren Verkauf des Unternehmens steuergünstig in das private Vermögen zu überführen. Und nicht zuletzt zahlen Selbstständige, die sich bei einer Pensionskasse versichern lassen, weniger Prämien für die Absicherung des Invaliditäts- und Todesfallrisikos, als sie mit einer privaten Lebensversicherung zahlen würden.

Wer sich nun für eine PK-Lösung entscheidet, sollte bei mehreren Pensionskassen- Sammelstiftungen Offerten einholen. Denn bei den Kosten für die Verwaltung und die Risikoleistungen bei Invalidität und Tod sind Unterschiede von mehr als 30 Prozent keine Seltenheit - bei identischen Todesfall- und Erwerbsunfähigkeitsleistungen. Entsprechend lässt sich mit der Wahl der richtigen Pensionskassen Sammelstiftung viel Geld sparen. Keine Wahlmöglichkeit haben allerdings Selbstständige, die Mitarbeiter beschäftigen. Diese müssen sich jener Pensionskassen-Sammelstiftung anschliessen, bei der ihre Angestellten versichert sind.

Wechsel der Sammelstiftung

Vom Sparpotenzial ebenfalls profitieren sollten Selbstständige, die sich bereits einer Pensionskasse angeschlossen haben. Wer die Sammelstiftung wechseln möchte, sollte das Projekt jetzt in Angriff nehmen. Anschlussverträge an eine Sammelstiftung sehen nämlich in der Regel eine Kündigungsfrist von sechs Monaten vor. Wenn der aktuelle Vertrag per 31. Dezember 2016 kündbar ist, muss die Kündigung also bis spätestens 30. Juni 2016 beim jetzigen Anbieter eintreffen.

Neben den Prämien sollten auch Faktoren wie Verzinsung der Altersguthaben, Rentenumwandlungssätze, Deckungsgrad, Garantien und Gesundheitsprüfung in den Anbietervergleich miteinbezogen werden. Bei modernen Sammelstiftungen können Versicherte die Anlagestrategie für ihre Sparbeiträge auf Lohnteile über 126'900 Franken selber wählen und ihr Guthaben zum Beispiel in günstige Indexanlagen investieren.

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