Rechtzeitig sparen für die Pensionierung

Der Schweizerische Hauseigentümer, 1.2.2016

Von Sven Pfammatter, Geschäftsbereichsleiter des VZ VermögensZentrums in Zürich


Vorsorge - Spätestens mit 50 sollte man sich einen Überblick verschaffen, wie man nach der Pensionierung finanziell dasteht.

Mit der Pensionierung beginnt für die meisten Menschen ein neuer Lebensabschnitt - auch in finanzieller Hinsicht. Das angesparte Vorsorgekapital wird nun nach und nach aufgebraucht. Deshalb ist für die neue Lebensphase eine gute finanzielle Planung notwendig.

Die Leistungen der AHV und der Pensionskasse sollen den gewohnten Lebensstandard im Alter gewährleisten. Allerdings: Das ist je länger, je weniger realistisch. Die Pensionskassenrenten sind in den letzten Jahren drastisch gesunken und vielfach nicht an die Teuerung angepasst worden. Und der Druck auf die Rente hält an: Wer in den nächsten Jahren pensioniert wird, muss mit nochmals tieferen Leistungen rechnen. Spätestens mit 50 sollte man sich deshalb einen Überblick darüber verschaffen, wie man nach der Pensionierung finanziell dasteht. Dabei stellt sich primär die Frage: Reichen die Renten zusammen mit dem Vermögen aus, um die voraussichtlichen Ausgaben zu decken?

Budgetplanung

Klarheit in dieser Frage schafft eine Budgetplanung. Dabei werden alle künftigen Einnahmen und heutigen Ausgaben - erfahrungsgemäss sinken die Ausgaben nach der Pensionierung nicht wesentlich - gegenübergestellt. Werden dabei Einkommenslücken sichtbar, sollte man möglichst sofort damit beginnen, das fehlende Vermögen anzusparen. Ergibt die Gegenüberstellung der voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben zum Beispiel eine Einkommenslücke von 3000 Franken pro Monat, benötigt man bei einer Rendite von 2 Prozent bei der Pensionierung knapp 600000 Franken Vermögen, um diese Lücke während 20 Jahren zu schliessen (siehe Tabelle). Bei einer Rendite von 4 Prozent reduziert sich der Kapitalbedarf auf rund 500000 Franken. Wichtig ist, dass die Budgetplanung frühzeitig erfolgt. Denn je früher man feststellt, dass eine Einkommenslücke besteht, desto eher lässt sich die benötigte Summe bis zur Pensionierung auf die Seite legen. Wer erst kurz vor der Pensionierung merkt, dass der gewünschte Lebensstil nicht finanzierbar ist, hat kaum mehr Zeit, um sein Vermögen aufzustocken und damit die Einkommenslücke zu schliessen.

Einkäufe in die Pensionskasse

Um das fehlende Vermögen anzusparen, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Für angehende Pensionierte sind etwa Einzahlungen in die Säule 3a und Einkäufe in die Pensionskasse besonders attraktiv. So kann der einbezahlte Betrag vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Dabei gilt: Einzahlungen in die Pensionskasse lohnen sich umso mehr, je höher das steuerbare Einkommen ist und je schneller das Geld wieder bezogen wird. Die Steuerersparnis bei der Einzahlung verwässert sich nämlich mit der Zeit. Bei der 2. Säule sollte man allerdings darauf achten, wie gesund die Pensionskasse finanziell aufgestellt ist. Muss die Vorsorgestiftung allfällige Sanierungsmassnahmen ergreifen, können diese den Versicherten teuer zu stehen kommen und die Rendite des Einkaufs erheblich schmälern. Im schlimmsten Fall droht einem gar ein Verlust. Wer Einkäufe in die Pensionskasse frühzeitig plant, kann sich über mehrere Jahre verteilt einkaufen und so in der Regel noch mehr Steuern sparen. In der Säule 3a können Sparer zwischen Konto, Police oder Wertschriften wählen. Langfristig lohnen sich Wertschriften voraussichtlich am meisten. Auch wer schon über 50 ist, kann sein 3a-Guthaben in Wertschriften investieren. Er sollte allerdings einen Anbieter wählen, bei dem er die Wertschriften bei der Pensionierung nicht verkaufen muss, sondern in das private Depot übertragen kann. Sonst ist er möglicherweise gezwungen, seine Wertpapiere zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen.   

Wertschriftenanlagen und Lebensversicherungen

Für den Vermögensaufbau nach 50 kommen auch Zins- und Wertschriften-Sparpläne oder Lebensversicherungen infrage. Lebensversicherungen sind wegen ihrer hohen Kosten in der Regel nicht zu empfehlen. Und wie in der Säule 3a ist die erwartete Rendite von Wertschriftenanlagen langfristig höher als die von Konten mit regelmässigen Zinsgutschriften. Generell sollte man bei Wertschriftenanlagen unbedingt auf die Gebühren achten. Tiefere Gebühren wirken sich erheblich auf die Höhe des Guthabens im Alter aus. Mit der sorgfältigen Auswahl des Anbieters lassen sich die Gebühren nicht selten halbieren und das Vermögen bei der Pensionierung um mehrere Zehntausend Franken steigern.

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