Pensionierung im 2017 – den Ruhestand richtig planen

Diese Seite teilen

Der Schweizerische Hauseigentümer, 15.12.2016

Thomas Muggler ist Vorsorgespezialist beim VZ VermögensZentrum in Basel und Rheinfelden

Mit der Pensionierung beginnt für die meisten Menschen ein neuer Lebensabschnitt - auch in finanzieller Hinsicht.

Das angesparte Vorsorgekapital wird nun nach und nach aufgebraucht. Damit es zu keinem finanziellen Engpass kommt, können auch noch kurzfristig Massnahmen ergriffen werden.

Budget erstellen

Mit einer Budgetplanung kann man feststellen, ob die Renten zusammen mit dem Vermögen ausreichen, um die voraussichtlichen Ausgaben zu decken. Dabei werden alle künftigen Einnahmen und heutigen Ausgaben einander gegenübergestellt.

Werden dabei Einkommenslücken sichtbar, sollte man sofort damit beginnen, das fehlende Vermögen anzusparen. Eine Möglichkeit, die Lücken zu schliessen, sind Einkäufe in die Pensionskasse. Der Vorteil: Die Einzahlungen können vollständig vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Dasselbe gilt auch für Einzahlungen in die Säule 3a bis zum Maximalbetrag von 6‘768 Franken.

Allerdings: Wer nächstes Jahr pensioniert wird, sollte nur freiwillig in die Pensionskasse einzahlen, wenn er sein Guthaben als Rente bezieht. Wer sieh sein Guthaben oder einen Teil davon als Kapital auszahlen lassen möchte, sollte sich spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einkaufen. Ansonsten müssen die Steuern nachgezahlt werden, die mit dem Einkauf gespart wurden.

Rente oder Kapital

Wer pensioniert wird, steht vor der Wahl, sich das Pensionskassenkapital auszahlen zu lassen oder eine lebenslange Rente zu beziehen.

Mit einer Rente ist das Einkommen lebenslang gesichert. Sie hat auch den Vorteil, dass man sich nicht um die Anlage des Geldes kümmern muss. Allerdings muss sie vollumfänglich als Einkommen versteuert werden.

Währenddessen wird der Kapitalbezug zu einem reduzierten Steuersatz versteuert. Zudem können mit dem Bezug des Kapitals die Hinterbliebenen oftmals finanziell besser abgesichert werden.

Je nach Pensionskasse muss der Kapitalbezug bis zu drei Jahre im Voraus angemeldet werden. Für jene, die sich nicht zwischen Rente oder Kapital entscheiden können, lohnt sich möglicherweise der sogenannte Mischbezug. Dabei wird ein Teil des Guthabens als Kapital und der Rest als Rente bezogen.

Rechtzeitig anmelden

Viele gehen davon aus, dass sie die AHV-Rente mit Alter 65 (Frauen mit Alter 64) automatisch erhalten. Doch der Bezug der Rente muss angemeldet werden. Die Anmeldung sollte drei bis sechs Monate vor der Pensionierung bei der zuständigen Ausgleichskasse erfolgen, damit schliesslich die erste Rente pünktlich ausbezahlt wird.

Steuern sparen

Damit das Angesparte nicht unnötig für Steuerrechnungen draufgeht, lohnt es sich allenfalls, das Vorsorgeguthaben gestaffelt zu be ziehen. Abklären sollte man zudem, ob man beirti Austritt aus einer Pensionskasse einen Teil seines Altersguthabens auf zwei Freizügigkeitskonten transferieren kann.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man sich selbstständig macht, die Erwerbstätigkeit vorübergehend aufgibt oder den Arbeitgeber wechselt und die Leistungen der neuen Pensionskasse schlechter sind als jene der bisherigen. Die beiden Freizügigkeitskonten kann man schliesslich gestaffelt in verschiedenen Jahren auflösen.

Weiterhin arbeitstätig

Denkbar ist auch eine Pensionierung in mehreren Stufen. Wer zum Beispiel mit 63 sein Arbeitspensum von 100 auf Prozent reduziert, kann sich bei vielen Pensionskassen die Hälfte seines. Altersguthabens bereits auszahlen lassen. In jedem Fall sinkt die Steuerlast, weil sich mit einer Verteilung der Bezüge über mehrere Jahre die Steuerprogression meistens brechen lässt. Eine Zweiteilung von Pensionskassenbezügen wird von den Steuerbehörden in der Regel akzeptiert.

Wer über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus erwerbstätig bleibt, darf auch weiter in die Säule 3a einzahlen. Die Beträge sind auf 6‘768 Franken pro Jahr beschränkt, falls gleichzeitig Beträge in die Pensionskasse gezahlt werden. Wer keine Pensionskassenbeiträge mehr zahlt, darf bis zu 20 Prozent des jährlichen Nettoeinkommens in die Säule 3a einzahlen, bis maximal 33‘840 Franken.

Ehepartner-absichern

Eine wichtige Frage für Verheiratete ist, wie viel Rente dem überlebenden Ehepartner bleibt, wenn der andere stirbt. Witwen und Witwer bekommen von der AHV monatlich maximal 2‘350 Franken. Die Hinterlassenenrente der Pensionskasse schrumpft auf 60 Prozent der bisherigen Rente, so dass sich der überlebende Partner finanziell oft erheblich einschränken muss. Umso wichtiger ist es, dass er über das Vermögen verfügen kann. Das lässt sich in vielen Fällen erreichen, wenn sich die Ehepartner in einem Ehe- und Erbvertrag und/oder Testament so weit wie möglich gegenseitig absichern.