Ohne Anmeldung keine AHV

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Basler Zeitung, 4.8.2016

Von Roman Kunz, Vorsorgespezialist beim VZ VermögensZentrum in Basel und Liestal

So stellen Sie sicher, dass die Rente rechtzeitig ausbezahlt wird

Viele gehen davon aus, dass sie die AHV-Rente mit 65 beziehungsweise 64 Jahren automatisch erhalten. Doch der Bezug der Rente muss angemeldet werden. Die Anmeldung sollte drei bis sechs Monate vor der Pensionierung bei der Ausgleichskasse erfolgen, damit die erste Rente pünktlich ausbezahlt wird.

Wie hoch die AHV-Rente ausfällt, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: der Anzahl Beitragsjahre, dem durchschnittlichen Jahreseinkommen zwischen dem 21. und 65. Altersjahr (Frauen bis 64) und von Gutschriften für die Kindererziehung oder die Pflege naher Verwandter. Die maximale Altersrente von 2'350 Franken pro Monat erhalten Personen mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen (inklusive Kinder- und Betreuungsgutschriften) von mindestens 84'600 Franken.

Für jedes fehlende Beitragsjahr ab dem 21. Altersjahr wird die Rente anteilsmässig gekürzt. Lücken entstehen dann, wenn jemand nicht immer in der Schweiz erwerbstätig war oder während der Studienjahre nicht die minimalen Beiträge entrichtet hat. Geschuldete AHV-Beiträge lassen sich innerhalb von fünf Jahren nachzahlen. Die Rente des Ehepartners, der zuerst in Pension geht, wird auf der Basis seiner durchschnittlichen Jahreseinkommen berechnet. Sobald beide pensioniert sind, werden die Erwerbseinkommen und Gutschriften, welche die Ehepartner während der Ehejahre erzielt haben, aufgeteilt und je zur Hälfte jedem Partner gutgeschrieben.

Die Erwerbseinkommen sind zwischen Mann und Frau in der Regel ungleich verteilt. Viele Rentner erhalten deshalb bis zur Pensionierung ihrer Ehefrau die maximale Einzelrente. Rentnerinnen bekommen hingegen bis zur Pensionierung ihres Ehemannes oft nur eine reduzierte oder die Minimalrente. Sobald beide pensioniert sind, erhalten sie zusammen höchstens 150 Prozent der Maximalrente für Alleinstehende - also höchstens 3525 Franken pro Monat.

Paare sollten planen

Eine wichtige Frage für Verheiratete ist, wie viel Rente dem überlebenden Ehepartner bleibt, wenn der Partner stirbt. Witwen und Witwer bekommen maximal 2'350 Franken. Zusammen mit der Kürzung der Pensionskassenrente auf meist 60 Prozent der bisherigen Rente des verstorbenen Ehepartners schrumpft das Einkommen des überlebenden Partners so stark, dass er sich finanziell oft erheblich einschränken muss. Das lässt sich in vielen Fällen verhindern, wenn sich die Ehepartner auf der Vermögensebene in einem Ehe- und Erbvertrag oder Testament so weit wie möglich begünstigen.

Ein Vorbezug der AHV-Rente ist nur ein ganzes Jahr oder zwei Jahre vor der ordentlichen Pensionierung möglich. Wer den Bezug aufschieben möchte, muss seine zuständige AHV-Ausgleichskasse spätestens ein Jahr nach Erreichen des Rentenalters informieren. Ein Aufschub ist um maximal fünf Jahre möglich.