Kurzfristige Hypotheken oder Libor?

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Der Schweizerische Hauseigentümer, 20.7.2016

Ratgeber: Je nach Bank sind zwei- und dreijährige Festhypotheken günstiger als Libor-Hypotheken. Ich überlege mir deshalb, meine Geldmarkthypothek in eine dreijährige Festhypothek zu wechseln. Ist das sinnvoll?

Von Peter Bannwart, Leiter HEV Hypothek bei der Hypotheken Zentrum AG

An den Geld- und Kapitalmärkten werden dreimonatige Laufzeiten zu minus 0,77 Prozent gehandelt; während sich die Laufzeiten von zwei bis vier Jahren bei minus 0,84 Prozent bewegen. Das erklärt den aktuellen Zinsunterschied zwischen Libor und kurzen Festhypotheken. Es zeigt aber auch, dass wir eine inverse Zinskurve haben, also kurze Laufzeiten teurer sind als lange. Eine inverse Zinskurve widerspiegelt die Markterwartung, wonach die SNB die Minus-Zinsen noch mehr senken könnte. Sollte das tatsächlich eintreffen, dürften die Banken einen Teil der Minus-Zinsen an die Sparer weitergeben.

Damit wird auch die künstliche Untergrenze von 0 Prozent bei der Preisgestaltung der Hypotheken fallen. Wenn Sie heute in eine zwei- oder dreijährige Festhypothek wechseln, profitieren Sie erst nach Ablauf letzterer von dieser möglichen Entwicklung. Es gibt also gute Gründe, der Geldmarkthypothek weiterhin die Treue zu halten.