Kurz vor Pensionierung noch Steuern sparen

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Der Schweizerische Hauseigentümer, 1.7.2016

Von Roman Fäh, Pensionierungsspezialist beim VZ VermögensZentrum in Zürich

Vorsorge - Mit einer frühzeitigen Planung lässt sich die Steuerbelastung deutlich reduzieren

Viele Erwerbstätige haben eine Vorsorgelücke in ihrer Pensionskasse - meist ohne es zu wissen. Betroffen ist vor allem, wer eine längere Arbeitspause eingelegt eine grössere Reise zu unternehmen oder weil Nachwuchs unterwegs war.

Aber auch Erwerbstätige, die Karriere gemacht haben, sind vor einer Vorsorgelücke nicht gefeit. Im Gegenteil: Weil für den höheren Lohn keine Nachzahlungen in die Pensionskasse geleistet wurden, entstehen vielfach Lücken von mehreren zehntausend Franken - Geld, das in der Altersvorsorge fehlt.

Einkäufe in die Pensionskasse

Eine Möglichkeit, die Lücken zu schliessen, sind Einkäufe in die Pensionskasse. Der Vorteil: Die Einzahlungen können vollständig vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Am grössten ist die Steuerersparnis, je höher das Einkommen ist und je weniger lang das Geld in der Pensionskasse bleibt. Dasselbe gilt-auch für die Säule 3a.

Kapitalbezug oder Rente

Wer einen Teil seines Pensionskassenguthabens als Kapital beziehen möchte, muss sich spätestens drei Jahre vor dem Bezug einkaufen. Ansonsten sind die Steuern, die man dank dem Einkauf gespart hat, nachzuzahlen.

Ob man sein Pensionskassen- Guthaben ganz, teilweise oder als Rente auszahlen lässt, hat auch einen grossen Einfluss auf die Steuerbelastung nach der Pensionierung. Der Kapitalbezug ist auf Dauer steuerlich häufig attraktiver - vorausgesetzt, man investiert das Kapital steueroptimiert, so dass nur wenige steuerbare Kapitalerträge anfallen. Die Pensionskassenrente muss man jedes Jahr vollumfänglich als Einkommen versteuern. Für oder gegen die Rente sollte man sich aber nie alleine aus steuerlichen Gründen entscheiden. Genauso wichtig ist die finanzielle Absicherung des Pensionierten und seiner Hinterbliebenen.

Gestaffelter Bezug

Erheblich Steuern sparen lässt sich auch mit einem gestaffelten Bezug. So muss bei der Pensionierung nicht das gesamte Vorsorge-Guthaben, das man im Lauf des Erwerbslebens angespart hat, auf einmal bezogen werden. Abklären sollte man zudem, ob man beim Austritt aus einer Pensionskasse einen Teil seines Altersguthabens auf zwei Freizügigkeitskonten transferieren kann. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man sich selbstständig macht, die Erwerbstätigkeit vorübergehend aufgibt oder den Arbeitgeber wechselt und die Leistungen der neuen Pensionskasse schlechter sind als jene der bisherigen. Die beiden Freizügigkeitskonten kann man später gestaffelt in verschiedenen Jahren auflösen.

Pensionierung in Stufen

Denkbar ist auch eine Pensionierung in mehreren Stufen. Wer zum Beispiel mit 63 sein Arbeitspensum von 100 auf 50 Prozent reduziert, kann sich bei vielen Pensionskassen die Hälfte seines Altersguthabens bereits auszahlen lassen. In jedem Fall sinkt die Steuerlast, weil sich mit einer Verteilung der Bezüge über mehrere Jahre die Steuerprogression brechen lässt. Eine Zweiteilung von Pensionskassenbezügen wird von den Steuerbehörden in der Regel akzeptiert.

Säule-3a-Guthaben

Säule-3a-Guthaben darf man bis zu fünf Jahre vor dem regulären AHV-Alter auszahlen lassen. Das Gleiche gilt für Guthaben auf Freizügigkeitskonten oder -policen. Bei den meisten Freizügigkeitsstiftungen kann man sich das Guthaben auch erst nach Erreichen des AHV-Alters auszahlen lassen. Männer dürfen den Bezug dann höchstens bis 70 aufschieben, Frauen bis 69. Wer über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus erwerbstätig bleibt, darf auch weiter in die Säule 3a einzahlen. Die Beträge sind auf 6'768 Franken pro Jahr beschränkt, falls gleichzeitig Beiträge in die Pensionskasse gezahlt werden. Wer keine Pensionskassenbeiträge mehr zahlt, darf bis zu 20 Prozent des jährlichen Nettoeinkommens in die Säule 3a einzahlen, bis maximal 33'840 Franken.

Ein möglichst später Bezug ist aus steuerlicher Sicht oft sinnvoll: Die Zins- und Dividendenerträge auf einem Freizügigkeitskonto und 3a- Konto müssen nicht als Einkommen versteuert werden, das Guthaben nicht als Vermögen.