Frühpensionierung will gut geplant sein

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Der Schweizerische Hauseigentümer, 20.7.2016

Von Martin Fuchs, Pensionierungsspezialist beim VZ VermögensZentrum

Sowohl die Pensionskassenleistungen als auch die AHV-Rente fallen bei einer vorzeitigen Pensionierung kleiner aus.

Die Mehrheit der Arbeitnehmer liebäugelt damit, sich vorzeitig pensionieren zu lassen. Doch eine Frühpensionierung ist teuer und muss entsprechend gut geplant werden.

Bei den meisten Pensionskassen kann man sich zwischen 58 und 60 frühpensionieren lassen. Bei der AHV ist der Bezug der Altersleistung ein bis zwei Jahre vor der ordentlichen Pensionierung möglich. Allerdings: Mit der vorzeitigen Pensionierung werden sowohl die AHV- als auch die Pensionskassenrente lebenslang gekürzt.

So schrumpft etwa die AHV-Rente um 13,6 Prozent, wenn man sie zwei Jahre vor der ordentlichen Pensionierung bezieht. Bei einem Vorbezug von einem Jahr fällt die lebenslängliche Rente um 6,8 Prozent tiefer aus. Einen Antrag auf vorzeitigen Rentenbezug muss man spätestens im Monat vor seinem Geburtstag bei der AHV einreichen. Danach ist ein Vorbezug erst wieder ab dem folgenden Geburtstag möglich.

Viele Frühpensionierte wissen zudem nicht, dass sie weiterhin AHVBeiträge für Nichterwerbstätige zahlen müssen, bis sie ihr ordentliches Rentenalter erreichen. Die Höhe der Beiträge hängt vom Vermögen und Renteneinkommen ab. Sie betragen mindestens 478 Franken und höchstens 23 900 Franken pro Jahr.

Erheblich sind die Kürzungen auch bei den Pensionskassenleistungen. Fehlende Beitragsjahre und Zinsgutschriften schmälern das Alterskapital. Und weil das Guthaben über eine längere Periode ausbezahlt werden muss, senken die Pensionskassen bei einem vorzeitigen Bezug den Umwandlungssatz. Mit diesem Satz wird das Alterskapital in eine Rente umgerechnet.

In der Regel schrumpft die Pensionskassenrente von Frühpensionierten um 5 bis 7 Prozent pro Vorbezugsjahr. Das heisst: Ein Versicherter, der sich mit 63 statt mit 65 Jahren pensionieren lässt, erhält 10 bis 14 Prozent weniger Rente.

Einkommenslücken überbrücken

Um die Einkommenslücken bis zum Bezug der AHV-Rente zu überbrücken, eignen sich häufig private Ersparnisse wie beispielsweise die dritte Säule, Guthaben auf Sparkonten oder liquide Wertschriftenvermögen. Guthaben in der Säule 3a kann man schon fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Alters ohne Angabe von Gründen beziehen. Ebenfalls geeignet sind Guthaben aus Kapitallebensversicherungen - vorausgesetzt, sie kommen während der Frühpensionierung zur Auszahlung. Eine vorzeitige Auflösung einer Police lohnt sich oft nicht, weil ein Rückkaufsverlust entsteht.

Im Hinblick auf eine Frühpensionierung kann es sich auch lohnen, freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse zu prüfen. Der Vorteil: Die Einzahlungen können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Versicherte, die ihr reguläres Einkaufspotenzial bereits ausgeschöpft haben, können bei einigen Pensionskassen zusätzliche Einzahlungen für eine Frühpensionierung tätigen, um die Leistungskürzung bei einem frühzeitigen Bezug der Altersleistungen zu kompensieren.

Diese besondere Einkaufsmöglichkeit hat aber auch ihre Tücken: Die Altersleistungen dürfen maximal 5 Prozent höher sein als bei einer ordentlichen Pensionierung. Wer sich für eine Frühpensionierung einkauft, dann aber später als geplant in den Ruhestand geht, überschreitet womöglich die Leistungsgrenze. Denn mit dem Aufschub werden weiterhin Pensionskassenbeiträge einbezahlt, weshalb sich der Rentenumwandlungssatz erhöht. Das zu viel einbezahlte Kapital verfällt in der Regel zugunsten der Pensionskasse. Vor einem Einkauf sollte deshalb unbedingt abgeklärt werden, was mit einem Überschusskapital geschieht, falls die geplante Frühpensionierung verschoben wird.